Kolbentriebwerke nutzen entweder einen Vergaser oder eine Kraftstoffeinspritzung zur Gemischbildung.
Schwimmervergaser (Float-type Carburettor)
Klassisches System (z. B. Cessna 152, ältere C172):
- Kraftstoff wird durch eine Venturidüse mit Hilfe eines Druckabfalls zerstäubt.
- Schwimmer hält konstanten Kraftstoffstand in der Schwimmerkammer.
- Hauptdüse mischt Kraftstoff in die Ansaugluft.
Vorteile: Einfache, robuste Konstruktion. Wartungsarm. Nachteil: Anfälligkeit für Vergaservereisung (siehe §2.5).
Kraftstoffeinspritzung (Fuel Injection)
Moderne System (z. B. C172S mit Lycoming IO-360, DA40, Aquila):
- Mechanische Einspritzung (Bendix RSA, Continental TCM) — Servo misst Luftmenge, Verteiler dosiert Kraftstoff über separate Düsen pro Zylinder im Einlasskanal.
- Bei Einspritzung direkt in den Zylinder (selten in PPL-Trainern) erfolgt Zufuhr während des Ansaugtakts.
Vorteile:
- Keine Vergaservereisung (keine Venturidüse mit Druckabfall + Verdunstung)
- Bessere Zylinderverteilung des Gemischs
- Höhere Leistung pro Hubraum
Nachteile:
- Vapour Lock möglich (siehe §3.4)
- Heißstart kann schwieriger sein (Restwärme verdampft Kraftstoff in den Leitungen — AFM-Verfahren beachten)
- Ansaug-Vereisung (Induction Icing) an Filtern oder Krümmern bei sichtbarer Feuchte weiterhin möglich → Alternate-Air / Carb Heat-Funktion vorhanden