Allgemeine Luftfahrzeugkunde — FlugzeugeLektion 9 von 55
09/55Kolbenmotor — Otto-Viertaktverfahren

Vergaser vs. Einspritzung

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Kolbentriebwerke nutzen entweder einen Vergaser oder eine Kraftstoffeinspritzung zur Gemischbildung.

Schwimmervergaser (Float-type Carburettor)

Klassisches System (z. B. Cessna 152, ältere C172):

  • Kraftstoff wird durch eine Venturidüse mit Hilfe eines Druckabfalls zerstäubt.
  • Schwimmer hält konstanten Kraftstoffstand in der Schwimmerkammer.
  • Hauptdüse mischt Kraftstoff in die Ansaugluft.

Vorteile: Einfache, robuste Konstruktion. Wartungsarm. Nachteil: Anfälligkeit für Vergaservereisung (siehe §2.5).

Kraftstoffeinspritzung (Fuel Injection)

Moderne System (z. B. C172S mit Lycoming IO-360, DA40, Aquila):

  • Mechanische Einspritzung (Bendix RSA, Continental TCM) — Servo misst Luftmenge, Verteiler dosiert Kraftstoff über separate Düsen pro Zylinder im Einlasskanal.
  • Bei Einspritzung direkt in den Zylinder (selten in PPL-Trainern) erfolgt Zufuhr während des Ansaugtakts.

Vorteile:

  • Keine Vergaservereisung (keine Venturidüse mit Druckabfall + Verdunstung)
  • Bessere Zylinderverteilung des Gemischs
  • Höhere Leistung pro Hubraum

Nachteile:

  • Vapour Lock möglich (siehe §3.4)
  • Heißstart kann schwieriger sein (Restwärme verdampft Kraftstoff in den Leitungen — AFM-Verfahren beachten)
  • Ansaug-Vereisung (Induction Icing) an Filtern oder Krümmern bei sichtbarer Feuchte weiterhin möglich → Alternate-Air / Carb Heat-Funktion vorhanden
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