Allgemeine Luftfahrzeugkunde — FlugzeugeLektion 8 von 55
08/55Kolbenmotor — Otto-Viertaktverfahren

Zündanlage — Doppelmagnetzünder

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Doppelmagnet-Zündanlage (Dual Magneto Ignition)

Light-Aircraft-Kolbenmotoren haben zwei unabhängige Magnetzünder je Motor; jeder versorgt eine der zwei Zündkerzen pro Zylinder.

EigenschaftDetail
AntriebMotorgetrieben (über Zahnrad oder Steckwelle) — unabhängig vom Bordnetz
FunkenspannungHochspannung 15 000–25 000 V durch eigene Magnet- und Spuleneinheit
Funktion bei StromausfallFunktioniert weiter — der Motor läuft auch bei totaler Batterie-/Alternator-Ausfall
Vorteil zwei FunkenRedundanz und verbesserte Verbrennung durch zwei Flammfronten — kürzere Brennzeit, weniger Detonationsneigung

Magneto-Schalter (Magneto Switch / Ignition Switch)

Fünf typische Stellungen:

  • OFF — beide Magnete kurzgeschlossen, kein Funke
  • R — nur rechter Magnet aktiv
  • L — nur linker Magnet aktiv
  • BOTH — beide Magnete aktiv (Normalbetrieb)
  • START — Anlasser dreht den Motor; je nach Konfiguration nur ein Magnet mit Impulskupplung aktiv

Mag-Check vor dem Flug

Bei der Runup-Drehzahl (siehe AFM, typisch 1 700–2 000 RPM):

  1. Von BOTH auf R schalten — RPM fällt geringfügig.
  2. Auf BOTH zurück — RPM stabilisiert.
  3. Auf L schalten — RPM fällt geringfügig.
  4. Auf BOTH zurück.

Limits (typgebunden — AFM gilt):

  • Maximaler RPM-Abfall: oft ≤ 175 RPM pro Seite
  • Maximale Differenz zwischen L und R: oft ≤ 50 RPM

Bei Überschreitung: zurück zum Vorfeld, Wartung kontaktieren. Mögliche Ursachen: defekte Zündkerze, defekter Magnet, falsche Zündzeitpunkt-Einstellung.

Impulskupplung (Impulse Coupling)

An mindestens einem Magneto: ein Federmechanismus, der bei niedriger Anlasserdrehzahl den Zündfunken verzögert (näher an OT, statt vor OT) und verstärkt (höhere Spannung). Notwendig, weil bei Anlasserdrehzahl der normale Magneto zu wenig Spannung erzeugt.

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