LuftrechtLektion 41 von 64
41/64Flugplätze (ICAO Annex 14)

Pistenmarkierungen (auswendig lernen)

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Pistenmarkierungen

Lernziel: Sie erkennen im Anflug und beim Rollen jede Pistenmarkierung nach ICAO Annex 14 Vol I, Kap. 5.2, können aus der Streifenzahl die Pistenbreite ableiten und wissen, welche Flächen nicht zum Aufsetzen genutzt werden dürfen.

Pistenmarkierungen sind die Sprache der Piste: Sie sagen Ihnen, wo die Piste beginnt, wie breit sie ist, wohin Sie zielen sollen und wo Sie nicht landen dürfen — ganz ohne Funkspruch. ICAO Annex 14, Vol I, Kapitel 5.2 standardisiert sie weltweit, und die Prüfung erwartet, dass Sie jede davon erkennen. Die wichtigste Grundregel: Alle Pistenmarkierungen sind weiß (Rollbahnmarkierungen sind dagegen gelb).

Pistenmarkierungen — Draufsicht / runway markings, plan view ICAO Annex 14 Vol I Kap. 5.2, Schema, nicht maßstäblich. Rollbahnmarkierungen sind gelb. Pistenmarkierungen — Draufsicht / runway markings (plan view) Alle Pistenmarkierungen weiß · Rollbahnmarkierungen gelb / runway white, taxiway yellow 27 Schwelle / threshold Schwellenmarkierung „Klaviertasten" / threshold marking — 8 Streifen = 30 m Zielpunktmarkierung / aiming point marking (150–400 m) Aufsetzzone (Paare) / TDZ pairs Pistenkennzahl / designation Mittellinie / centre line (50/30 m) Randmarkierung / side stripe Schema, nicht maßstäblich. Sperrmarkierung und verschobene Schwelle sind hier nicht dargestellt.

Schwellenmarkierung — threshold marking

Die Schwellenmarkierung ist ein Bündel von Längsstreifen („Klaviertasten"), das 6 m hinter der Schwelle beginnt. Die Anzahl der Streifen codiert die Pistenbreite — ein nützlicher Grobfehler-Check im Endanflug:

PistenbreiteAnzahl Streifen
18 m4
23 m6
30 m8
45 m12
60 m16

Rechenbeispiel: Sie zählen im Endanflug 8 Klaviertasten. Aus der Tabelle folgt: die Piste ist 30 m breit. Erwarten Sie 23 m (6 Streifen), fliegen aber auf 8 Streifen zu, sind Sie sehr wahrscheinlich auf der falschen Piste oder am falschen Platz.

Die Anzahl der Klaviertasten sagt nichts über die verfügbare Landestrecke (LDA) aus. Nur die Breite ist codiert. Über die Länge informieren AIP/Flugplatzkarte — nicht die Schwelle.

Pistenkennzahl-Markierung — runway designation marking

Die zweistellige Zahl (plus L/C/R bei Parallelpisten) an jeder Schwelle — die Herleitung steht in der Lektion „Pistenbezeichnungen".

Mittellinienmarkierung — runway centre line marking

Eine unterbrochene weiße Linie entlang der Pistenmitte. Streifen plus Lücke messen zusammen mindestens 50 m, jeder Streifen mindestens 30 m.

Zielpunktmarkierung — aiming point marking

Zwei breite Längsstreifen beiderseits der Mittellinie, beginnend 150–400 m hinter der Schwelle (abhängig von der Pistenlänge). Das ist Ihr visueller Zielpunkt für einen normalen Anflug.

Im Cockpit: Sie zielen auf die Zielpunktmarkierung und setzen danach in der Aufsetzzone auf — der Zielpunkt ist der Blickpunkt im Anflug, die Aufsetzzone der Bereich, in dem die Räder die Piste berühren.

Aufsetzzonenmarkierung — touchdown zone marking

Symmetrische Paare rechteckiger Marken beiderseits der Mittellinie in der Aufsetzzone. Die Anzahl der Paare richtet sich nach der verfügbaren Landestrecke: 1, 2, 3, 4 oder 6 Paare — je länger die Piste, desto mehr Paare.

Pistenrandmarkierung — runway side stripe marking

Durchgehende weiße Linien an beiden Pistenrändern; sie markieren die Grenze zwischen Piste und Schulter — wertvoll, wo sich die Piste schlecht von der Umgebung abhebt.

Verschobene Schwelle — displaced threshold

Ist die Schwelle verschoben (z. B. wegen Hindernissen im Anflug), zeigen weiße Pfeile auf dem Belag zur verschobenen Schwelle. Die Fläche vor der Schwelle darf für Start und Ausrollen nach der Landung genutzt werden, aber nicht zum Aufsetzen.

Der Belag vor der verschobenen Schwelle ist nicht gesperrt — er ist für Start und Ausrollen nach der Landung nutzbar. Aufgesetzt wird ausschließlich hinter der verschobenen Schwelle. Wer die Pfeile als „gesperrte Fläche" liest, verschätzt sich in der Prüfung und in der Praxis.

Sperrmarkierung — closed marking

Ein Kreuz kennzeichnet eine Fläche als nicht benutzbar — dort weder landen, starten noch rollen. Die Farbe folgt der Fläche:

FlächeFarbe des Kreuzes
Piste (oder Pistenabschnitt)weiß
Rollbahn (oder Rollbahnabschnitt)gelb

„Ein weißes oder gelbes Kreuz auf einer Piste" ist falsch. Auf der Piste ist das Sperrkreuz weiß, auf der Rollbahn gelb — passend zur Grundregel: Pistenmarkierungen weiß, Rollbahnmarkierungen gelb.

Europa (EASA / EU)

Der ICAO-Standard gilt EU-weit über die Verordnung (EU) Nr. 139/2014 (Flugplätze — Part-ADR) und CS-ADR-DSN. Zertifizierte Flugplätze müssen diese Maße einhalten; nicht zertifizierte und unbefestigte Plätze können abweichende Markierungen verwenden, die national veröffentlicht werden.

Deutschland (national)

Anwendung wie EASA. Graspisten ohne befestigte Markierung haben häufig weiße Schwellenrechtecke an beiden Enden sowie Begrenzungsmarken (z. B. Kegel oder Reifen) am Pistenrand — Details in der AIP VFR und in den örtlichen Platzbestimmungen.

Selbsttest

  1. Sie zählen im Endanflug 12 Klaviertasten — wie breit ist die Piste, und was wissen Sie über die verfügbare Landestrecke?
  2. Sie sehen ein gelbes Kreuz auf einer Fläche vor Ihnen. Auf welcher Art von Fläche befindet sich diese Markierung, und was bedeutet sie?

Prüfungswissen

  • Alle Pistenmarkierungen sind weiß; Rollbahnmarkierungen sind gelb.
  • Die Schwellenmarkierung beginnt 6 m hinter der Schwelle; die Streifenzahl codiert die Pistenbreite: 18 m → 4, 23 m → 6, 30 m → 8, 45 m → 12, 60 m → 16 Streifen.
  • Die Zielpunktmarkierung besteht aus zwei breiten Streifen, die 150–400 m hinter der Schwelle beginnen.
  • Die Aufsetzzonenmarkierung hat je nach verfügbarer Landestrecke 1, 2, 3, 4 oder 6 Markenpaare.
  • Weiße Pfeile vor einer verschobenen Schwelle bedeuten: nutzbar für Start und Ausrollen, nicht zum Aufsetzen.
  • Das Sperrkreuz ist auf der Piste weiß, auf der Rollbahn gelb.
  • Die Mittellinienmarkierung ist eine unterbrochene Linie: Streifen plus Lücke mindestens 50 m, Streifen mindestens 30 m.
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