Betriebsverfahren — FlugzeugeLektion 14 von 36
14/36Feuer, Rauch, Dämpfe

Triebwerksbrand am Boden

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Triebwerksbrand am Boden

Ein Triebwerksbrand am Boden tritt am häufigsten beim Start des Motors auf (Vergaser-Überfüllung beim Anlassen). Sofortiges, beherztes Handeln kann den Brand löschen, bevor er auf das Flugzeug übergreift.

Quelle: POH (verbindlich), FAA-H-8083-3B Kapitel 17 Emergency Procedures.

Ursachen

  • Überflutung beim Start (zu lange Primer-Pumpen): überschüssiges Benzin entzündet sich im Ansaugkanal.
  • Vergaser-Backfire: Zündung außerhalb des Brennraums.
  • Defekte Treibstoff­leitungen: undichte Schlauchverbindungen.
  • Übermäßiger Ölverlust mit Hitze­ent­wicklung.

Symptome

  • Sichtbarer Rauch oder Flammen aus Motorhaube.
  • Plötzlicher Drehzahl-Abfall, raue Verbrennung.
  • Pop/Knall (Backfire), Geruch.

Standard-Verfahren (POH-spezifisch, typisch Cessna 172)

Wenn Motor läuft (am häufigsten beim Start):

  1. Mixture IDLE CUT-OFF (mager): entzieht Treibstoff.
  2. Throttle FULL OPEN kurz: ggf. saugt das Feuer in den Motor.
  3. Cranking fortsetzen mit Anlasser (5-10 Sek): falls Motor anspringt, "verdaut" er die Flamme.
  4. Falls Feuer nicht erlischt nach ca. 30 Sek Cranken: Magnetos OFF, Fuel Selector OFF, Master Switch OFF.
  5. Evakuieren des Flugzeugs durch Crew und Passagiere.
  6. Feuerwehr alarmieren (am Platz Standard-Notruf).
  7. Feuerlöscher verwenden, wenn sicher (CO₂ oder Halon, nie Wasser auf Treibstoffbrand).

Wenn Motor nicht läuft:

  1. Mixture IDLE CUT-OFF.
  2. Throttle CLOSED.
  3. Fuel Selector OFF.
  4. Magnetos OFF.
  5. Master Switch OFF.
  6. Sofort evakuieren und vom Flugzeug entfernen.
  7. Feuerwehr alarmieren.

Was nicht tun

  • Niemals Cockpit verlassen mit laufendem Motor ohne Bremsen anzuziehen.
  • Kein Wasser auf Treibstoffbrand (spritzt, verbreitet Feuer).
  • Nicht zurück­kehren ins Flugzeug nach Evakuierung — sekundäre Explosion möglich.

Prävention

  • Korrektes Anlasser­ verfahren nach POH (richtige Primer-Anzahl, nicht überfluten).
  • Treibstoff-System regelmäßig prüfen (jährliche/100-Stunden-Inspektion).
  • Tankdeckel korrekt verschlossen (verhindert Treibstoffaustritt).
  • Geschulte Crew: Notfall­verfahren regelmäßig durch­sprechen.
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