Symptome erkennen — die persönliche Signatur
Hypoxie äußert sich bei jedem Menschen anders. Häufige Symptome:
| Kategorie | Beispiele |
|---|---|
| Sensorisch | Verschwommenes Sehen, Tunnelblick, eingeschränktes Farbsehen, Tinnitus |
| Kognitiv | Eingeschränkte Konzentration, langsame Reaktion, schlechte Entscheidungen, Euphorie |
| Motorisch | Koordinationsschwäche, Zittern, Schreiben fällt schwer |
| Sichtbar | Zyanose (blaue Lippen/Nägel), Tachypnoe (schnelle Atmung), Schwitzen oder Frösteln |
| Subjektiv | Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, Kribbeln |
Tipp: Druckkammer-Training (in DE z. B. DLR Flugmedizin Köln) macht jedem Piloten seine eigene Signatur bewusst — empfohlen vor allem für Berg- und Gebirgsflieger.
Erholungsmaßnahmen (Reihenfolge wichtig)
- Sauerstoff aufsetzen (falls vorhanden, mit 100 %-Einstellung).
- Sinken auf < 10 000 ft Kabinenhöhe — schnellster Weg zur Erholung.
- Atemfrequenz reduzieren und tief atmen (verhindert Hyperventilation als Folge).
- Bei CO-Vergiftung zusätzlich: Frischluft (Kabinenlüftung öffnen, Heizung aus), möglichst rasche Landung.
Vorbeugung
- Pulse-Oximeter im Cockpit (zeigt SpO₂ in Echtzeit, batteriebetrieben).
- Nichtraucherin sein — Raucher haben einen "Höhen-Bonus" von ~5 000 ft (3–5 % der Hb durch CO blockiert).
- Keine Anstrengung in der Höhe.
- Ausreichend hydratisiert bleiben.
- Sauerstoff prophylaktisch ab 10 000 ft bei längeren Flügen.
Im Verdacht: Hypoxie oder Hyperventilation?
Symptome überlappen stark. Faustregel: im Zweifel Hypoxie annehmen (gefährlicher) — also absteigen und Sauerstoff. Hyperventilation lässt sich danach am Boden ausschließen.