Die Seitenwindkomponente (Crosswind Component) ist die senkrecht zur Pistenrichtung wirkende Komponente des Bodenwindes.
Formeln
code
Crosswind = Windstärke × sin(α)
Headwind = Windstärke × cos(α)
Tailwind = − Headwind (wenn α > 90°)
Wo α = Winkel zwischen Windrichtung und Pistenmagnetkurs (z. B. Piste 22 = 220° magnetisch, Wind aus 250° → α = 30°).
Schnellschätzung — Sinus-Werte für gängige Winkel
| Winkel α | sin(α) ≈ | Anteil der Windstärke als Crosswind |
|---|---|---|
| 10° | 0,17 | ~ 17 % |
| 20° | 0,34 | ~ 34 % |
| 30° | 0,50 | ~ 50 % (Faustregel) |
| 45° | 0,71 | ~ 70 % (Faustregel) |
| 60° | 0,87 | ~ 87 % |
| 70° | 0,94 | ~ 94 % |
| 90° | 1,00 | 100 % (reiner Seitenwind) |
Beispiel
Wind 250° / 20 kt, Piste 22:
- α = 250° − 220° = 30°
- Crosswind = 20 × sin(30°) = 20 × 0,50 = 10 kt
- Headwind = 20 × cos(30°) = 20 × 0,87 = 17 kt
Demonstrated Cross-wind
Im AFM steht die demonstrated cross-wind component — der maximale Wert, den ein Testpilot während der Zertifizierung erfolgreich gelandet hat.
| Wichtiger Punkt | Aussage |
|---|---|
| Demonstrated = ein Wert, der nachgewiesen wurde — kein Operating Limit (für Standard-CS-23-Muster) | |
| AFM-Limit ist es nur, wenn explizit so bezeichnet (manche Muster, vor allem mit STC, haben echte Limits) | |
| PIC-Verantwortung — der PIC ist letztlich verantwortlich, einen Seitenwind zu akzeptieren, basierend auf eigenem Können und Bedingungen |
Typische demonstrated values:
- Cessna 172: 15 kt
- Piper PA-28-161: 17 kt
- Aquila A210: 15 kt
Faustregel (etablierte Flugausbildung): Schüler sollten nicht über die Hälfte ihres demonstrated-Wertes hinausgehen, bis sie nachgewiesene Erfahrung haben.
Wenn Crosswind zu stark ist
- Andere Piste wählen (falls verfügbar).
- Anderen Flugplatz anfliegen.
- Warten, bis Wind nachlässt (oft am Nachmittag bei thermischer Aktivität).
- Slip-Technik beim Anflug (Cross-Control), Wing-Low-Methode oder Crab+Kick.