Sprechfunk (VFR)Lektion 25 von 33
25/33Transponder-Verfahren

Standardcodes (auswendig)

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Standardcodes (Auswendig!)

Diese internationalen Transponder-Codes muss jeder Pilot auswendig wissen. Sie sind sicher­heits­kritisch und werden im Notfall ohne Nachschlagen gesetzt.

Quelle: ICAO Annex 10 Volume IV; ICAO Doc 4444 PANS-ATM; EU 2017/386.

Die vier kritischen Codes

7700 — NOTFALL (Distress)

  • Setzen bei: jeder lebensbedrohlichen Situation.
  • Zusammen mit: MAYDAY-Funkspruch.
  • ATC sieht: "EMG" oder "DIST" auf Radar.
  • Reaktion: höchste Priorität, alle anderen Verkehre umgeleitet.

7600 — FUNKAUSFALL (Radio Communications Failure)

  • Setzen bei: vollständigem Funkausfall, nach erfolgloser Wiederherstellung.
  • ATC sieht: "RDO FAIL" oder "COM" auf Radar.
  • Reaktion: ATC erwartet Standard-Funkausfall-Procedure (siehe Lesson "Funkausfall").

7500 — HIJACK (Unlawful Interference)

  • Setzen bei: Bedrohung an Bord durch Dritte.
  • Diskret setzen, wenn Hijacker nicht bemerkt.
  • ATC sieht: "HJCK" oder "UNLAWFUL" auf Radar.
  • Reaktion: Sicherheits­behörden alarmiert, militärische Interception möglich.

2000 — IFR Conspicuity

  • Setzen wenn IFR ohne zugewiesenen Code.
  • Verlässt einen FIR ohne explizite ATC-Anweisung.
  • ATC erkennt: IFR-Flug, aber kein spezifischer Plan zugewiesen.

Andere wichtige Codes

7000 — VFR Conspicuity (Europa, ICAO Standard)

  • Setzen bei VFR-Flügen, wenn ATC keinen spezifischen Code zugewiesen hat.
  • Standard in EU, Schweiz.

1200 — VFR Conspicuity (USA)

  • Setzen in USA für VFR-Flüge ohne ATC-Service.
  • Außerhalb USA nicht standardmäßig genutzt.

7776 / 7777 — Militärische Codes

  • Bestimmten Regionen vorbehalten — nicht zivile Nutzung.

Frühere/regionale Codes

  • 0033 (in einigen EU-Staaten): VFR-Streckenflug ohne ATC.
  • 7010 (in einigen Staaten): Pattern-Verkehr lokal.

AIP konsultieren für regionale Konventionen.

Auswendig-Merken

Eselsbrücke

  • 7700 = "Hilfe, Hilfe!" (zwei "7"s)
  • 7600 = "Six on Sixty" oder "Six O Six" → R für Radio
  • 7500 = "Five Hundred Hijack" → "fünfhundert" mit "Hijack" assoziieren

Reihenfolge

Pilot-Mantra: "7-7-Trouble, 7-6-Silenz, 7-5-Hijack".

Praktisches Üben

  • Vor jedem Flug: 7700/7600/7500 als Drei-Code-Routine durchgehen.
  • In Stress­situation: ohne nachschlagen setzen können.
  • Beim Pre-Flight-Check: Code-Wechsel zwischen 1200/7000/zugewiesen üben.

Setting im Cockpit

Code eingeben

4-Ziffer-Drehknöpfe oder Touchscreen:

  • Modernes Modell: 4 Drehknöpfe je Ziffer.
  • Klassisches Modell: Drehknopf mit "Push to Set" oder Kipphebel.

Mode-Schalter

  • STBY: kein Senden.
  • ON / A: Mode A (nur Code).
  • ALT / C: Mode C (Code + Höhe).
  • S: Mode S.

Verwechslungs­risiken

Aufpassen:

  • 7500 versehentlich einstellen → ATC interpretiert als Hijack → militärische Eskalation möglich.
  • 7700 versehentlich → Notfall-Reaktion (übertrieben, aber schnell behoben durch Funkkontakt).

Best Practice: bei Code-Wechsel bewusst zwischen Codes wechseln, nicht "durchblättern" durch 7500.

Korrekter Wechsel (z.B. von 7000 auf 1234):

  • Direkt auf 1234 setzen, nicht über 7500.

Read-Back beim Code-Wechsel

ATC: "DEMRA, squawk 4221." Pilot: "Squawk 4221, DEMRA."

Pilot setzt Code, ATC sieht den Wechsel auf Radar bestätigt.

Cross-Reference

  • Subject 090 Lessons "MAYDAY", "Funkausfall", "Hijack" für Anwendung.
  • Subject 090 Lesson "Modes" für Mode-Theorie.
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