Transponder Modes
Ein Transponder ist ein Radar-Antwortgerät an Bord eines Flugzeugs. Er antwortet auf Radar-Interrogationen vom Boden und sendet Informationen zurück. Modes definieren, welche Informationen gesendet werden.
Quelle: ICAO Annex 10 Volume IV Surveillance Radar and Collision Avoidance Systems; EUROCONTROL Specifications.
Mode A (Identifikation)
Reine 4-stellige Code-Übertragung:
- Code: 4 Ziffern, jede 0-7 (Oktal-System) → 4096 mögliche Codes.
- Gibt nur: das eingestellte Code (Squawk-Code).
- Keine Höhe übertragen.
Historisch: ältester Modus, seit 1960er-Jahren.
Mode C (Höhen-Reporting)
Mode A + Höhen-Information:
- Sendet zusätzlich die Druckhöhe (Pressure Altitude, basierend auf 1013,25 hPa).
- Höhe wird automatisch vom Encoding Altimeter abgeleitet (Mode C Altitude Reporting Encoder).
- Aviationkritisch: ATC sieht 3D-Position statt nur 2D.
- Pflicht in vielen Lufträumen seit den 1980er-Jahren (z.B. USA über 12.500 ft).
Mode S (Selective)
Modernster Modus:
- Selektive Adressierung: jeder Transponder hat eine eindeutige 24-Bit-Adresse (ICAO-Adresse).
- Downlink von Aircraft-Daten: Speed, Heading, Vertical Rate, Magnetic Heading, etc.
- TCAS-Unterstützung: Mode S ist Grundlage des Verkehrs-Kollisions-Vermeidungs-Systems.
- Datenrate höher als Mode A/C.
Mode S Sub-Levels:
- Mode S Elementary Surveillance (ELS): 24-Bit-Adresse + Flight ID + Altitude.
- Mode S Enhanced Surveillance (EHS): zusätzlich Aircraft-Parameter (Magnetic Heading, IAS, Mach, Vertical Rate, etc.).
ADS-B (Automatic Dependent Surveillance — Broadcast)
Modernste Form:
- Aircraft broadcastet seine Position (GPS-basiert), Höhe, Geschwindigkeit kontinuierlich.
- Empfangsstationen am Boden hören mit.
- Empfänger auch in anderen Flugzeugen (ADS-B In) → Verkehrsbewusstsein.
- Mode S 1090 MHz Extended Squitter ist die häufigste ADS-B-Frequenz.
EU-Anforderung: ADS-B Out für viele Flugzeuge verpflichtend seit 7. Dezember 2020 (EU 2017/386).
Transponder-Bedienung im Cockpit
Stand-by (SBY)
- Transponder eingeschaltet, aber sendet nicht.
- Verwendet beim Engine Start und Taxi (an manchen Plätzen).
Mode ON / ALT (Altitude)
- Mode A: nur Code.
- Mode C / ALT: Code + Höhe.
IDENT-Knopf
- Drücken → Transponder sendet kurzes "Identification" → ATC sieht aufblitzen das Flugzeug auf Radar.
- Verwendung: wenn ATC fragt "Squawk Ident" oder "Confirm Ident".
Aviationskritische Codes
Vier internationale Codes (siehe nächste Lesson "Standardcodes"):
- 7700: Notfall (Distress).
- 7600: Funkausfall.
- 7500: Hijack.
- 2000: IFR Conspicuity (Standard für IFR ohne Zuweisung).
- 7000: VFR Conspicuity (Standard in Europa, ICAO).
Transponder-Test
Pre-Flight-Check: Transponder auf STBY oder SET, prüfen ob:
- Lampen leuchten korrekt.
- Code-Anzeige zeigt 4 Ziffern.
- Höhe (Mode C) wird im Cockpit (z.B. Kollisionswarner) angezeigt.
Wann Transponder ändern?
Pre-Flight
- Code = VFR-Default (z.B. 7000 in Europa).
- Modus = ON oder ALT.
Im Flug
- Wenn ATC vergibt: Code-Wechsel auf zugewiesenen.
- VFR-Verlasen der Kontrollzone → Code zurück auf VFR-Default.
- Notfall: 7700.
Pflicht zur Transponder-Nutzung
Lufträume mit Transponder-Pflicht
ICAO Annex 11 + nationale Regulierungen:
- Klasse A, B, C: alle Verkehre Mode-C-Pflicht.
- Klasse D, E: oft nur über bestimmte Höhen (z.B. Klasse E > 5000 ft in DE/AT).
- Klasse G: meist keine Pflicht.
EU-Reg 1207/2011
- Modus S/ADS-B Out Pflicht für viele kommerzielle und größere GA-Flugzeuge.
- Kleinere GA-Flugzeuge: nach nationalen Regeln.
Code-Speicherung
Modernes Funkgerät speichert oft die letzten 4-8 Codes:
- Pilot drückt Recall, um zu vorigen Codes zurückzukehren.
- Schnellere Wechsel.
Cross-Reference
- Subject 060 Lesson "GNSS": ADS-B Out Integration.
- Subject 010 Lesson "Lufträume": Transponder-Pflicht in Klassen.