Sprechfunk (VFR)Lektion 24 von 33
24/33Transponder-Verfahren

Modes

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Transponder Modes

Ein Transponder ist ein Radar-Antwortgerät an Bord eines Flugzeugs. Er antwortet auf Radar-Interrogationen vom Boden und sendet Informationen zurück. Modes definieren, welche Informationen gesendet werden.

Quelle: ICAO Annex 10 Volume IV Surveillance Radar and Collision Avoidance Systems; EUROCONTROL Specifications.

Mode A (Identifikation)

Reine 4-stellige Code-Übertragung:

  • Code: 4 Ziffern, jede 0-7 (Oktal-System) → 4096 mögliche Codes.
  • Gibt nur: das eingestellte Code (Squawk-Code).
  • Keine Höhe übertragen.

Historisch: ältester Modus, seit 1960er-Jahren.

Mode C (Höhen-Reporting)

Mode A + Höhen-Information:

  • Sendet zusätzlich die Druckhöhe (Pressure Altitude, basierend auf 1013,25 hPa).
  • Höhe wird automatisch vom Encoding Altimeter abgeleitet (Mode C Altitude Reporting Encoder).
  • Aviationkritisch: ATC sieht 3D-Position statt nur 2D.
  • Pflicht in vielen Lufträumen seit den 1980er-Jahren (z.B. USA über 12.500 ft).

Mode S (Selective)

Modernster Modus:

  • Selektive Adressierung: jeder Transponder hat eine eindeutige 24-Bit-Adresse (ICAO-Adresse).
  • Downlink von Aircraft-Daten: Speed, Heading, Vertical Rate, Magnetic Heading, etc.
  • TCAS-Unterstützung: Mode S ist Grundlage des Verkehrs-Kollisions-Vermeidungs-Systems.
  • Datenrate höher als Mode A/C.

Mode S Sub-Levels:

  • Mode S Elementary Surveillance (ELS): 24-Bit-Adresse + Flight ID + Altitude.
  • Mode S Enhanced Surveillance (EHS): zusätzlich Aircraft-Parameter (Magnetic Heading, IAS, Mach, Vertical Rate, etc.).

ADS-B (Automatic Dependent Surveillance — Broadcast)

Modernste Form:

  • Aircraft broadcastet seine Position (GPS-basiert), Höhe, Geschwindigkeit kontinuierlich.
  • Empfangsstationen am Boden hören mit.
  • Empfänger auch in anderen Flugzeugen (ADS-B In) → Verkehrsbewusstsein.
  • Mode S 1090 MHz Extended Squitter ist die häufigste ADS-B-Frequenz.

EU-Anforderung: ADS-B Out für viele Flugzeuge verpflichtend seit 7. Dezember 2020 (EU 2017/386).

Transponder-Bedienung im Cockpit

Stand-by (SBY)

  • Transponder eingeschaltet, aber sendet nicht.
  • Verwendet beim Engine Start und Taxi (an manchen Plätzen).

Mode ON / ALT (Altitude)

  • Mode A: nur Code.
  • Mode C / ALT: Code + Höhe.

IDENT-Knopf

  • Drücken → Transponder sendet kurzes "Identification" → ATC sieht aufblitzen das Flugzeug auf Radar.
  • Verwendung: wenn ATC fragt "Squawk Ident" oder "Confirm Ident".

Aviationskritische Codes

Vier internationale Codes (siehe nächste Lesson "Standardcodes"):

  • 7700: Notfall (Distress).
  • 7600: Funkausfall.
  • 7500: Hijack.
  • 2000: IFR Conspicuity (Standard für IFR ohne Zuweisung).
  • 7000: VFR Conspicuity (Standard in Europa, ICAO).

Transponder-Test

Pre-Flight-Check: Transponder auf STBY oder SET, prüfen ob:

  • Lampen leuchten korrekt.
  • Code-Anzeige zeigt 4 Ziffern.
  • Höhe (Mode C) wird im Cockpit (z.B. Kollisions­warner) angezeigt.

Wann Transponder ändern?

Pre-Flight

  • Code = VFR-Default (z.B. 7000 in Europa).
  • Modus = ON oder ALT.

Im Flug

  • Wenn ATC vergibt: Code-Wechsel auf zugewiesenen.
  • VFR-Verlasen der Kontrollzone → Code zurück auf VFR-Default.
  • Notfall: 7700.

Pflicht zur Transponder-Nutzung

Lufträume mit Transponder-Pflicht

ICAO Annex 11 + nationale Regulierungen:

  • Klasse A, B, C: alle Verkehre Mode-C-Pflicht.
  • Klasse D, E: oft nur über bestimmte Höhen (z.B. Klasse E > 5000 ft in DE/AT).
  • Klasse G: meist keine Pflicht.

EU-Reg 1207/2011

  • Modus S/ADS-B Out Pflicht für viele kommerzielle und größere GA-Flugzeuge.
  • Kleinere GA-Flugzeuge: nach nationalen Regeln.

Code-Speicherung

Modernes Funkgerät speichert oft die letzten 4-8 Codes:

  • Pilot drückt Recall, um zu vorigen Codes zurückzukehren.
  • Schnellere Wechsel.

Cross-Reference

  • Subject 060 Lesson "GNSS": ADS-B Out Integration.
  • Subject 010 Lesson "Lufträume": Transponder-Pflicht in Klassen.
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