Sprechfunk (VFR)Lektion 22 von 33
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Widerrechtlicher Eingriff (Hijack)

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Widerrechtlicher Eingriff (Hijack / Unlawful Interference)

Widerrechtlicher Eingriff (Hijack) ist eine bewaffnete oder gewaltsame Übernahme des Flugzeugs durch Dritte. Das gefährlichste Szenario für Crew und Passagiere.

Quelle: ICAO Annex 17 Security; ICAO Annex 10 Volume II; ICAO Doc 8973 Security Manual.

Squawk-Code: 7500

7500 ist der internationale Code für Unlawful Interference / Hijack.

  • ATC sieht: "Unlawful Interference" auf Radar.
  • Militärische Reaktion möglich (Interception).
  • Diskret setzen, wenn Hijacker es nicht bemerkt.

Funk-Verhalten bei Hijack

Wenn möglich (diskret)

  • Squawk 7500 setzen.
  • Mayday-Funkspruch vorsichtig: "Mayday Mayday Mayday, DEMRA, unlawful interference" — kurz und im Geheimen.
  • Eventuell Code-Wort mit Crew vorab verabreden.

Wenn nicht möglich

  • Versuche im Hintergrund zu senden.
  • Funkdurchsage mit Standardphrasen verstecken (z.B. "checking frequency").

Wenn Hijacker bemerkt

  • Kooperation überlebens­fördernd: keine offene Konfrontation.
  • Funk-Kontakt aufrecht halten, wenn möglich.
  • Anweisungen des Hijackers befolgen, soweit Sicherheit zulässt.

ATC-Reaktion

  • Sofortige Eskalation an Sicherheitsbehörden.
  • Militärische Interception möglicherweise eingeleitet.
  • Vorbereitung auf Landung an speziellem Flugplatz.
  • Andere Verkehre umgeleitet weg vom Hijack-Flug.

Ankunft am Boden

  • Pilot stoppt an einer isolierten Position des Flugplatzes (Hijack-Apron).
  • Behörden übernehmen: SWAT, Polizei, Spezialeinheiten.
  • Geiselverhandlung möglich.
  • Crew: ruhig, kooperativ, transparente Kommunikation.

Famous Hijacking-Vorfälle

Klassische Fälle (mit Auswirkung auf Aviation-Security):

  • 9/11 Terror Attacks (2001): 4 entführte Flugzeuge in USA — massive Security-Reform weltweit.
  • Pan Am 103 (1988): Lockerbie-Bombing über Schottland.
  • TWA 847 (1985): Beirut-Hijacking.
  • Lufthansa 181 "Landshut" (1977): Mogadishu, GSG-9-Rettung.
  • Air France 8969 (1994): Marseille, GIGN-Rettung.

Quelle: ICAO Acts of Unlawful Interference Database.

Post-9/11-Sicherheits-Reformen

Massive Verschärfungen:

  • Cockpit-Türen verstärkt (Locked Door Policy).
  • Air Marshals an Bord (USA, Israel, andere).
  • TSA-Screening in USA.
  • No-Fly-Listen.
  • Sky-Marshal-Programme EU.
  • Bewachte Treibstoff-Verladung.

Pilot-Training für Hijack

ICAO Annex 17 empfiehlt:

  • Anti-Hijack-Training für alle Piloten.
  • Cockpit-Procedure bei Hijack.
  • Cockpit-Lock-Procedure vor jedem Flug (Verkehrsflug).
  • Code-Worte mit Cabin Crew.

Drittland-Risiken

Manche Länder sind höhere Hijack-/Terror-Ziele:

  • Konfliktgebiete.
  • Politisch instabile Regionen.
  • Drittland mit hoher Diaspora-Konflikt-Spannung.

Vor Flug in solche Region: State Department / Auswärtiges Amt Reisewarnungen prüfen.

Cyber-Hijacking

Modernes Risiko: Cyber-Angriffe auf Avionik (FBW-Hacking, GPS-Spoofing).

  • Boeing 737 MAX: MCAS-Software-Probleme (nicht Cyber, aber zeigt Anfälligkeit).
  • Aviation Cyber Security ist zunehmend wichtig.

Quersumme

Hijack ist die schlimmste Konfrontation im Cockpit:

  • 7500 squawken so diskret wie möglich.
  • Kooperation mit Hijacker.
  • Diskreter Funkkontakt wenn möglich.
  • Vertrauen in Behörden-Reaktion am Boden.

Cross-Reference

  • Subject 010: Sicherheitsbestimmungen, NCO.GEN.140 für Gefährliche Güter.
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