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Triebwerksinstrumente

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Triebwerksinstrumente überwachen die Motorparameter und sind zwingend Teil der Mindestinstrumentierung nach CS-23 und NCO.IDE.A.120 (Flight, navigation and associated equipment).

Übersicht

InstrumentMisstTypische Werte / LimitsQuelle
Drehzahlmesser (Tachometer, RPM)KurbelwellendrehzahlLeerlauf ~600 RPM, max ~2 700 RPM (typgebunden)AFM
Ladedruck (Manifold Pressure)Absolutdruck im Ansaugkrümmer (nur bei Constant-Speed-Propeller)Wechselt invers zur Drosselstellung in HöheAFM
ÖldruckMotoröldruckLimits typgebunden; Abfall = bevorstehender AusfallAFM
ÖltemperaturMotoröltemperaturTrends beobachten; plötzlicher Anstieg = ProblemAFM
Zylinderkopftemperatur (CHT)Temperatur der ZylinderköpfeLimit typgebunden (typisch 230–260 °C max.)AFM
Abgastemperatur (EGT)Abgastemperatur im KrümmerWerkzeug für Gemischabmagerung (Peak EGT, ROP/LOP)AFM, Lycoming/Continental Engine Manual
Kraftstoffdruck / -flussDruck oder DurchflussmengeDruckabfall = KraftstoffpumpenausfallAFM
KraftstoffanzeigeKraftstoffmenge pro TankBei leerem Tank muss "0" angezeigt werden (CS-23.1337(b)(1) / FAR 23.1337)CS-23
Saugdruckanzeige (Suction Gauge)Vakuum für KreiselinstrumenteTypisch 4,5–5,5 inHgAFM
Voltmeter / AmperemeterBus-Spannung und -StromEntladung im Flug = Alternator-Ausfall (siehe §6.6)AFM

Temperatur-Messung im Cockpit

Folgende Cockpit-Anzeigen umfassen Temperatur-Messungen:

  • Engine Lubricant (Motoröl-Temperatur).
  • Engine Cooling Fluid (Motor-Kühlflüssigkeit, bei flüssigkeits­gekühlten Motoren).
  • Cylinder Head Temperature (CHT, Zylinderkopf-Temperatur).
  • Exhaust Gas Temperature (EGT, Abgas-Temperatur).
  • Outside Air Temperature (OAT, Außen­luft).
  • Cabin Air Temperature (Kabinen-Temperatur).

CHT-Sensor — Thermoelement (Thermocouple)

Zylinderkopf-Temperatur-Sensoren arbeiten elektrisch über Thermoelemente (thermocouples):

  • Ein Thermoelement ist ein Punkt-Sensor aus zwei Metallen (typisch Kupfer-Konstantan oder Eisen-Konstantan), die bei einer Temperatur­differenz eine kleine Spannung erzeugen (Seebeck-Effekt).
  • Das Thermoelement ist mechanisch an einem Zylinderkopf befestigt (im Schraubloch einer Zündkerze oder am Kopf direkt).
  • Die Spannung wird verstärkt und an die CHT-Anzeige im Cockpit übermittelt.

CHT reagiert schneller als Öltemperatur

Die CHT-Anzeige reagiert deutlich schneller auf Motor-Temperatur-Veränderungen als die Öltemperatur — Begründung und Konsequenz:

  • Der Zylinderkopf wird direkt durch die Verbrennungs­hitze erwärmt → CHT folgt fast unmittelbar Last-Veränderungen.
  • Das Motoröl wirkt als Wärme­puffer — es nimmt die Hitze auf und gibt sie an den Öl­kühler ab; Änderungen brauchen Minuten.
  • → Vorteil für den Pilot: die höchste und niedrigste zulässige CHT kann sofort abgelesen werden, sodass schnelle Maßnahmen (Mixture richer, Cowl Flaps öffnen, Climb-Angle reducieren) ergriffen werden können.
  • Öltemperatur ist eher ein Trend-Indikator über längere Zeiträume.

Manifold Pressure Gauge — Detail

Der Manifold Pressure Gauge (MAP-Anzeige) misst den Luftdruck hinter der Drossel­klappe (behind the throttle valve) im Ansaugkrümmer:

  • Betriebsprinzip: barometrisch — das Instrument ist im Wesentlichen ein Aneroid-Barometer, das mit dem Ansaugkrümmer-Druck verbunden ist.
  • Bei laufendem Motor: MAP zeigt einen Wert unter dem atmosphärischen Druck (typisch 15-29 inHg, je nach Power-Setting und Höhe).
  • Bei abgestelltem Motor: die MAP-Anzeige zeigt den atmosphärischen Druck an der Position des Flugzeugs — typisch 29,92 inHg bei Sealevel ISA, weniger in Höhe.
  • → Bei abgestelltem Motor ist die MAP-Anzeige ein Surrogat für QFE (Local Ground Pressure) am aktuellen Standort.

Exhaust Gas Temperature (EGT) — Verwendung

Die EGT-Anzeige (Abgas-Temperatur) wird primär verwendet für:

  • Mixture-Adjustment-Check — Pilot mager das Gemisch, EGT steigt bis Peak, dann fällt sie (zu mager). Peak EGT = magerstes ohne Detonations­risiko.
  • Maximum Performance eines Vergaser-Motors — EGT ist signifikant für die maximale Leistung eines vergasten Motors. Bei Peak-EGT-Setting wird die optimale Verbrennung erreicht.

Fuel Gauge — eine pro Tank

Nach CS-23.1337: ein Kraftstoff-Indikator muss für jeden Tank verfügbar sein. Der Indikator muss so kalibriert sein, dass er im Horizontalflug NULL anzeigt, wenn die verbleibende Kraftstoff­menge der nicht-verwendbaren (unusable) Menge entspricht:

  • "Null" auf der Anzeige ≠ leerer Tank, sondern = nur noch unbrauchbarer Sumpftreibstoff.
  • Konsequenz: Pilot darf bei Anzeige "0" nicht auf nutzbare Reserve setzen — der Tank ist faktisch leer.

Float-Type Fuel Indicator

Ein Float-Type Fuel Indicator (Schwimmer-Anzeige) misst das Volumen des Kraftstoffs — ein Schwimmer auf der Flüssigkeit gibt die Höhe an, die in eine Volumenanzeige übersetzt wird:

  • Nachteil: das Volumen ändert sich mit der Treibstoff-Temperatur — warmer Treibstoff dehnt sich aus, kalter Treibstoff schrumpft. Eine konstante Masse Kraftstoff kann unterschiedliche Volumina anzeigen je nach Temperatur.
  • Konsequenz: bei sehr kaltem Wetter (z.B. nach Übernacht­frost) zeigt der Float-Type weniger Volumen als bei warmem Wetter, auch wenn die Masse gleich ist.

→ Die zuverlässigste Methode zur Bestimmung der Kraftstoff­menge an Bord am Boden ist der direkte Blick in den Tank (visuell oder mit Messstab / dipstick) — kein Float-Effekt, direkte Masse-Anzeige (in Litern an einer kalibrierten Skala).

Markierungen auf Skaleninstrumenten

Nach CS-23.1545 (Airspeed indicator) und CS-23.1549 (Powerplant and accessory instruments):

  • Grüne Bögen — Normal-Betriebsbereich
  • Gelbe Bögen — Vorsicht / Übergangsbereich
  • Rote Striche / Bögen — Maximal- oder Minimal-Grenze, nicht zu überschreiten
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