Allgemeine Luftfahrzeugkunde — FlugzeugeLektion 42 von 55
42/55Magnetkompass

Prinzip

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Der Magnetkompass ist ein erfindungsfreies, stromloses Backup-Instrument — er ist in jedem zertifizierten Luftfahrzeug nach CS-23.1303(b)(2) Pflicht und wirkt auch bei Totalausfall des Bordnetzes.

Funktionsprinzip

Ein drehbar gelagerter Magnet richtet sich nach der Horizontalkomponente des Erdmagnetfelds aus. Anzeige typisch über eine Kompass-Karte mit Lubber Line (Steuerstrich), eingetaucht in eine flüssigkeitsgefüllte Kapsel (zur Dämpfung).

Geomagnetisches Feld — Komponenten

Das Erdmagnetfeld hat zwei Komponenten:

  • Horizontalkomponente (H) — diese richtet den Kompass aus.
  • Vertikalkomponente (Z) — verursacht Inklination / Dip: der Kompassmagnet wird nach unten zum nächsten magnetischen Pol gezogen.

Inklination (Dip)

LageDipAuswirkung
Magnetischer ÄquatorReine Horizontalkraft, keine Dip-Probleme
Mittlere Breitengrade (z. B. DE ~67°)mäßigBeschleunigungs- und Drehfehler vorhanden
In Polnähenahezu 90°Horizontalkomponente fast null — Kompass unbrauchbar

Wegen Dip kompensieren die Kompasshersteller durch Pendulum-Lagerung und Counterweight — der Kompass schwebt in der Flüssigkeit so, dass im Geradeausflug die Horizontalkomponente korrekt anzeigt. Bei Beschleunigung oder Kurve treten dann die typischen Fehler auf (siehe §8.2).

Aufbau

KomponenteFunktion
Kompasskarte (Card)Gradskala 0–360°, montiert auf dem Magnetstab
Magnetstab(e)Richtet die Karte nach dem Feld aus
Lubber LineSteuerstrich am Kompassgehäuse, gegen den die Karte abgelesen wird
KompensationsschraubenAn Spule für N/S und O/W zur Deviationskompensation
FlüssigkeitDämpft Schwingungen und verringert Reibung
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