Lernziel: Carb ice (Venturi + Verdampfung) von Impact ice am Einlass trennen; Carb Heat am Fixpitch deuten.
60 Sekunden: Carb ice auch ohne sichtbare Feuchte, oft Low Power. Impact ice ist separat. Carb Heat VOLL: Fixpitch RPM fällt, dann steigt. Danach vor Vollgas COLD. Keine „offizielle AIP-Karte“.
Vergaservereisung (Carburettor Icing) ist eine der häufigsten Ursachen für Motorausfälle bei Vergaser-Motoren. Carb ice entsteht durch zwei Kühlpfade (nicht drei gleichzeitige Carb-Mechanismen):
| Mechanismus | Wirkung | Temperaturabfall (Größenordnung Lehre, kein POH-Limit) |
|---|---|---|
| Verdunstungs-Kühlung | Kraftstoff verdampft im Venturi | bis zu ~30 °C |
| Druck-Kühlung (Venturi-Effekt) | Druckabfall im Venturi senkt T zusätzlich | weitere ~5 °C |
Impact ice am Einlass ist separat (sichtbare Feuchte am Filter/Einlass; Einspritzer: Alternate Air) — kein dritter Carb-Eis-Mechanismus „gleichzeitig“.
Wann ist Vergaservereisung am wahrscheinlichsten?
Außenlufttemperatur (OAT) zwischen etwa −10 °C und +25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Am tückischsten bei warmen, feuchten Sommertagen bei niedriger Leistungseinstellung (Sinkflug, Platzrunde). Typische Lehr-/Met-Karte (OAT vs Taupunkt/Feuchte, Leistungshebel) — kein „offizielles AIP/AFM-Chart“. Ein AFM kann eine Karte haben; dann gilt dieses AFM, nicht „das AIP“. Exam-Band (typische Lehre, kein POH-Limit): häufig um +10 bis −5 °C; weitere Bereiche je nach Karte (manche Lehre bis ~+15/+25 °C mit Feuchte).
Symptome
| Bei Fixpitch-Propeller | Bei Constant-Speed-Propeller |
|---|---|
| Langsamer RPM-Verlust ohne Hebelbewegung | Langsamer Ladedruck-Verlust (MP) |
| Unrundlauf des Motors | Unrundlauf des Motors |
| Im fortgeschrittenen Stadium: Motorausfall | Im fortgeschrittenen Stadium: Motorausfall |
Maßnahme — Carb Heat / Vergaservorwärmung
Bei Verdacht oder vorbeugend (Sinkflug):
- Vergaservorwärmung (Carb Heat) auf VOLL ein.
- Erwartung: kurzfristig zusätzlicher RPM-Abfall (warme, weniger dichte Luft = etwas weniger Leistung). Dann RPM-Anstieg, wenn das Eis schmilzt und das Wasser zur Düse gespült wird.
- Vor dem nächsten Start oder Vollgaseinsatz: Carb Heat auf KALT zurück (warme, ungefilterte Luft bringt weniger Leistung und kann ungefiltert sein).
Vorbeugung
- Bei Bedingungen mit Vereisungsrisiko: regelmäßig Carb Heat anwenden während Sinkflug und Reiseflug bei reduzierter Leistung.
- Auf den Engine-Symptomen achten (RPM bzw. MP, Unrundlauf).
- Bei Einspritzern: meist nicht relevant, aber Alternate Air bei sichtbarer Feuchte ggf. nutzen.
Manual on Low-level Wind Shear and Turbulence* (Anwendung Wetter); BFU-Sammelberichte zu Motorausfällen.*
Prüfungswissen
Carb ice: Venturi plus Kraftstoffverdampfung, auch bei OAT deutlich über 0 °C. Impact ice separat. Lehrkarte, nicht AIP. Carb Heat VOLL: RPM drop then rise (Fixpitch).
Selbst prüfen
1. Wann ist Vergaservereisung (carburettor icing) am wahrscheinlichsten?
- A) OAT etwa −10 °C bis +25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit, besonders bei niedriger Leistung
- B) Nur bei OAT unter −20 °C in trockener Luft bei Volllast
- C) Ausschließlich bei sichtbarer Feuchte unterhalb von −30 °C
- D) Nur bei Einspritzmotoren oberhalb FL 180
2. Bei Verdacht auf Vergaservereisung: erste Maßnahme?
- A) Mixture auf Idle Cut-Off
- B) Pitot Heat voll ein
- C) Carb Heat nur kurz antippen, dann sofort KALT
- D) Vergaservorwärmung (Carb Heat) voll ein; kurzfristig weiterer RPM-/MP-Abfall ist erwartet
- A — feucht, gemäßigt, oft niedrige Leistung. Einspritzer sind typisch unkritisch.
- D — Carb Heat VOLL. Weiterer Abfall zuerst, dann Anstieg wenn Eis schmilzt.