Lernziel
Sie nennen die Funktionen von Motoröl, trennen Nass-/Trockensumpf, und behandeln Sorte/Viskosität als AFM-Sache — Temperatur-Viskositäts-Lehre nur als typische Lehre, nicht AFM.
60 Sekunden
Öl schmiert, kühlt, reinigt, dichtet, schützt vor Korrosion und kann bei CSU den Pitch hydraulisch stellen. Welche Sorte (z. B. SAE-Klasse, Asche, Additiv) steht im AFM / Motormanual, nicht „immer 15W-50“. Kalt ist Öl zäher (Druck steigt eher, Fluss langsamer); warm dünner (Druck sinkt eher). Fallender Öldruck + steigende Öl-T ist ein ernstes Paar.
Definition
Motoröl ist der Schmier- und Wärmeträger im Triebwerk.
| Funktion DE | EN | Kurz |
|---|---|---|
| Schmieren | lubrication | Reibung Kurbel, Pleuel, Nocken, Kolben |
| Kühlen | cooling | Wärme zum Ölkühler (oil cooler) |
| Reinigen | cleaning | Abrieb/Ruß in der Schwebe, Filter/Sieb |
| Abdichten | sealing | Kolbenring–Zylinder |
| Korrosionsschutz | corrosion protection | Stillstand |
| Hydraulik | hydraulic actuator | CSU-Verstellung (wenn ölverstellt) |
Nasssumpf (wet sump): Vorrat in der Ölwanne. Trockensumpf (dry sump): Tank getrennt, oft Kunstflug/Rückenflug. Was Ihr Muster hat: AFM.
Regel
Sorte ist nicht universell. Freigabe steht in AFM / engine operating manual. Falsche Viskosität oder Automobilöl ohne Freigabe ist kein PPL-Experiment.
Viskosität gegen Temperatur (typische Lehre, nicht AFM):
- kalt → hohe Viskosität → höherer Druck nach dem Start, schlechterer Fluss durch enge Kanäle, bis das Öl warm ist
- heiß → niedrige Viskosität → Druck tendiert nach unten
- Mehrbereichsöle (z. B. „W“-Klassen) sind Bezeichnungslehre, keine Erlaubnis, eine Zahl zu fliegen, die nicht im Manual steht
Ölwechselintervalle (50 h mit Filter / 25 h Sieb u. Ä.) sind typische Werkstatt-/Herstellerlehre, kein universelles AFM.
Cockpit
- Öldruck (oil pressure): ohne Druck keine Schmierfilmkelle — plötzlicher Abfall: Leistung reduzieren und landen nach AFM/Notfallcheckliste (Fach Betrieb)
- Öltemperatur: steigt nach dem Start; Sprung nach oben bei gleichzeitigem Druckverlust: Ölverlust oder Kühlverlust denken
- Menge: Peilstab / AFM-Min-Max, nicht „immer 6 Quart C172“
Falle
„Grünes Ölthermometer bei 85–100 °C gilt für jeden Lycoming.“ Das ist falsch. Keine universellen Öltemperaturen.
„CSU-Propeller wird elektrisch verstellt, Öl ist nur Schmierung.“ Oft falsch: viele CSU sind ölhydraulisch.
Prüfungswissen
- Sechs Funktionen: schmieren, kühlen, reinigen, dichten, Korrosion, ggf. CSU-Hydraulik.
- Wet vs dry sump.
- Ölsorte = AFM, nicht universell.
- Viskosität vs T nur als Lehre.
- Druck↓ plus Temperatur↑ = ernst.
Quelle
- FAA-H-8083-25B §7 Lubrication
- FAA-H-8083-32A Reciprocating engine lubrication
- AFM / engine manual für Sorte, Mengen, Limits
Selbst prüfen
1. Hauptaufgaben von Motoröl laut Lektion?
- A) Nur Gemisch über die Hauptdüse
- B) Nur Fahrwerk und Klappen als Hydraulik
- C) Schmieren, Kühlen, Reinigen, Abdichten, Korrosionsschutz — und bei CSU hydraulischer Verstellaktuator
- D) Nur das Kühlen der Zylinderrippen statt Fahrtwind
2. Ölsorten und Wechselintervalle?
- A) Alle Muster alle 50 h, EASA ersetzt das AFM
- B) Mineralöl nach Einlauf verboten; nur ein universelles Synthetik
- C) Trockensumpf ist Standard bei Lycoming/Continental-Trainern
- D) AFM/Hersteller maßgeblich; die Lektion nennt nur typische Intervalle und Einlauf-Mineralöl
- C — sechs Aufgaben inkl. CSU. Nicht Gemisch, nicht Fahrwerk.
- D — 50 h ist Faustregel mit Filter, kein Prüfungs-AFM. Nasssumpf ist üblich.