Allgemeine Luftfahrzeugkunde — FlugzeugeLektion 14 von 55
14/55Kolbenmotor — Otto-Viertaktverfahren

Motoröl

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Lernziel

Sie nennen die Funktionen von Motoröl, trennen Nass-/Trockensumpf, und behandeln Sorte/Viskosität als AFM-Sache — Temperatur-Viskositäts-Lehre nur als typische Lehre, nicht AFM.

60 Sekunden

Öl schmiert, kühlt, reinigt, dichtet, schützt vor Korrosion und kann bei CSU den Pitch hydraulisch stellen. Welche Sorte (z. B. SAE-Klasse, Asche, Additiv) steht im AFM / Motormanual, nicht „immer 15W-50“. Kalt ist Öl zäher (Druck steigt eher, Fluss langsamer); warm dünner (Druck sinkt eher). Fallender Öldruck + steigende Öl-T ist ein ernstes Paar.

Definition

Motoröl ist der Schmier- und Wärmeträger im Triebwerk.

Funktion DEENKurz
SchmierenlubricationReibung Kurbel, Pleuel, Nocken, Kolben
KühlencoolingWärme zum Ölkühler (oil cooler)
ReinigencleaningAbrieb/Ruß in der Schwebe, Filter/Sieb
AbdichtensealingKolbenring–Zylinder
Korrosionsschutzcorrosion protectionStillstand
Hydraulikhydraulic actuatorCSU-Verstellung (wenn ölverstellt)

Nasssumpf (wet sump): Vorrat in der Ölwanne. Trockensumpf (dry sump): Tank getrennt, oft Kunstflug/Rückenflug. Was Ihr Muster hat: AFM.

Regel

Sorte ist nicht universell. Freigabe steht in AFM / engine operating manual. Falsche Viskosität oder Automobilöl ohne Freigabe ist kein PPL-Experiment.

Viskosität gegen Temperatur (typische Lehre, nicht AFM):

  • kalt → hohe Viskosität → höherer Druck nach dem Start, schlechterer Fluss durch enge Kanäle, bis das Öl warm ist
  • heiß → niedrige Viskosität → Druck tendiert nach unten
  • Mehrbereichsöle (z. B. „W“-Klassen) sind Bezeichnungslehre, keine Erlaubnis, eine Zahl zu fliegen, die nicht im Manual steht

Ölwechselintervalle (50 h mit Filter / 25 h Sieb u. Ä.) sind typische Werkstatt-/Herstellerlehre, kein universelles AFM.

Cockpit

  • Öldruck (oil pressure): ohne Druck keine Schmierfilmkelle — plötzlicher Abfall: Leistung reduzieren und landen nach AFM/Notfallcheckliste (Fach Betrieb)
  • Öltemperatur: steigt nach dem Start; Sprung nach oben bei gleichzeitigem Druckverlust: Ölverlust oder Kühlverlust denken
  • Menge: Peilstab / AFM-Min-Max, nicht „immer 6 Quart C172“

Falle

„Grünes Ölthermometer bei 85–100 °C gilt für jeden Lycoming.“ Das ist falsch. Keine universellen Öltemperaturen.

„CSU-Propeller wird elektrisch verstellt, Öl ist nur Schmierung.“ Oft falsch: viele CSU sind ölhydraulisch.

Prüfungswissen

  • Sechs Funktionen: schmieren, kühlen, reinigen, dichten, Korrosion, ggf. CSU-Hydraulik.
  • Wet vs dry sump.
  • Ölsorte = AFM, nicht universell.
  • Viskosität vs T nur als Lehre.
  • Druck↓ plus Temperatur↑ = ernst.

Quelle

  • FAA-H-8083-25B §7 Lubrication
  • FAA-H-8083-32A Reciprocating engine lubrication
  • AFM / engine manual für Sorte, Mengen, Limits

Selbst prüfen

1. Hauptaufgaben von Motoröl laut Lektion?

  • A) Nur Gemisch über die Hauptdüse
  • B) Nur Fahrwerk und Klappen als Hydraulik
  • C) Schmieren, Kühlen, Reinigen, Abdichten, Korrosionsschutz — und bei CSU hydraulischer Verstellaktuator
  • D) Nur das Kühlen der Zylinderrippen statt Fahrtwind

2. Ölsorten und Wechselintervalle?

  • A) Alle Muster alle 50 h, EASA ersetzt das AFM
  • B) Mineralöl nach Einlauf verboten; nur ein universelles Synthetik
  • C) Trockensumpf ist Standard bei Lycoming/Continental-Trainern
  • D) AFM/Hersteller maßgeblich; die Lektion nennt nur typische Intervalle und Einlauf-Mineralöl
  1. C — sechs Aufgaben inkl. CSU. Nicht Gemisch, nicht Fahrwerk.
  2. D — 50 h ist Faustregel mit Filter, kein Prüfungs-AFM. Nasssumpf ist üblich.
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