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Luftsicherheit (Security — ICAO Annex 17) — Grundbewusstsein

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Allgemein (ICAO)

ICAO Annex 17 — Security: Safeguarding International Civil Aviation Against Acts of Unlawful Interference ist die zentrale internationale Quelle für die Luftsicherheit (Security, im Sinne von Schutz vor unrechtmäßigen Eingriffen — abzugrenzen von Safety, der Betriebssicherheit).

Hauptziele (Annex 17 §2.1):

  • Schutz der Fluggäste, Crew, Bodenpersonal, der Öffentlichkeit, der Luftfahrzeuge und der Bodeneinrichtungen vor unrechtmäßigen Eingriffen,
  • Verhinderung von Anschlägen, Entführungen, Sabotage und sonstigen Straftaten gegen die Zivilluftfahrt.

Pflichten der Vertragsstaaten (Annex 17 §3):

  • Nationales Sicherheitsprogramm für Zivilluftfahrt aufstellen (National Civil Aviation Security Programme, NCASP),
  • Designation einer zuständigen Behörde für die Umsetzung,
  • Sicherheitskontrollen an Flughäfen (Fluggast-/Gepäck-/Frachtkontrolle),
  • Schutz von Sicherheitsbereichen (Sterile Areas) durch Zugangskontrollen,
  • Schulung des Personals in Security,
  • Reaktion auf unrechtmäßige Eingriffe (Kontingenzpläne).

Pflichten der Betreiber (Annex 17 §4):

  • Luftfahrzeug-Sicherheitsprogramm (Aircraft Security Programme),
  • Eintragung des Fluggastes mit gültigem Ausweis,
  • Schutz des Cockpits (verstärkte Tür, Zugangsregelung),
  • Schulung der Besatzung in Sicherheitsverfahren.

Definitionen wichtiger Begriffe (Annex 17 §1):

  • Unrechtmäßige Eingriffe (Acts of Unlawful Interference) — Handlungen, die die Sicherheit der Zivilluftfahrt gefährden, z. B. Entführung, Geiselnahme, Bombendrohung, Sabotage, gewaltsames Eindringen in Sicherheitsbereiche, Cyberangriff auf Luftfahrteinrichtungen.
  • Sterile Area (Sterilebereich) — Bereich nach Sicherheitskontrolle, in dem nur kontrollierte Personen Zutritt haben.
  • Screening (Kontrolle) — Anwendung technischer oder anderer Mittel zur Erkennung von Waffen, Sprengstoffen oder anderen gefährlichen Gegenständen.

Europa (EASA / EU)

EU-Sicherheit ist umfassend harmonisiert:

VO (EG) 300/2008Grundverordnung Aviation Security mit Anhang über gemeinsame Mindestnormen.

Durchführungsverordnungen:

  • VO (EU) 2015/1998 — detaillierte Maßnahmen (Kontrollverfahren, Zugang zu Sterilbereichen, Frachtsicherheit),
  • Beschluss C(2015) 8005 — vertrauliche Maßnahmen,
  • VO (EU) 2019/103 — Personalzuverlässigkeitsprüfungen.

Zuständigkeiten:

  • EU-Kommission: Rahmenrecht,
  • Mitgliedstaat: Nationales Sicherheitsprogramm (entspricht NCASP),
  • EASA: hat im Bereich Security keine primäre Zuständigkeit (anders als Safety) — die Hauptverantwortung liegt bei der EU-Kommission/Mitgliedstaaten.

Kategorien sicherheitsrelevanter Bereiche an EU-Flughäfen:

  • Landside (öffentlich),
  • Airside (kontrollierter Bereich),
  • Sicherheitsbereich (Security Restricted Area, SRA) — nur kontrollierte Personen,
  • Wesentliche Teile (Critical Parts) — höchste Schutzstufe (Cockpit-Bereiche, Gepäcksortierung).

Verbotene Gegenstände (VO 2015/1998 Annex 4-C):

  • Waffen, Munition,
  • Sprengstoffe und Pyrotechnik,
  • Werkzeuge ≥ 6 cm,
  • Klingen, Scheren ≥ 6 cm,
  • Stumpfe Schlaginstrumente,
  • Flüssigkeiten > 100 ml in Handgepäck (außer in transparentem 1-Liter-Beutel mit ≤ 10 Behältern à ≤ 100 ml).

Deutschland (national)

Gesetzliche Grundlage: Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG) vom 11.1.2005 — setzt Annex 17 und EU-Recht um.

Zuständige Behörde: Bundespolizei (BPOL) ist für Fluggastkontrollen und Sicherheitskontrollen an deutschen Verkehrsflughäfen zuständig (Sicherheitsbeauftragte und Kontrollkräfte der BPOL). Aufsicht: Bundesministerium des Innern (BMI).

Sicherheitsbeauftragter pro Flughafen koordiniert die Maßnahmen lokal.

Allgemeine Luftfahrt (GA): Auf VFR-Plätzen meist keine systematischen Sicherheitskontrollen, aber Pilotenpflicht zur Überprüfung der Pax-Identität vor Mitnahme; Zugang zum Vorfeld nur mit gültiger Bordkarte oder Pilotenausweis.

Cockpit-Sicherheit (Stand 2026): seit 2003 verstärkte Cockpit-Türen mit Doppel-Tür-Verfahren in Verkehrsmaschinen Pflicht.

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