LuftrechtLektion 44 von 64
44/64Flugplätze (ICAO Annex 14)

Signalfläche (Signal Area, ICAO Annex 2 Appendix 1)

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Signalfläche (Signal Area, ICAO Annex 2 Appendix 1)

Nicht jeder Flugplatz verfügt über einen Funkdienst — und selbst wo es ihn gibt, kann Ihr Funkgerät ausfallen. Genau für diese Fälle gibt es genormte Bodensignale, die in einer Signalfläche ausgelegt werden und die jeder Pilot vor dem Einflug in die Platzrunde aus der Luft lesen können muss. Die Signaldefinitionen stammen aus ICAO Annex 2, Appendix 1 und gelten EU-weit verbindlich über SERA Appendix 1; sie sind ein Klassiker in der Luftrecht-Prüfung.

Was die Signalfläche ist

Die Signalfläche ist eine ebene, quadratische Fläche von mindestens 9 m × 9 m auf dem Flugplatz, in der Regel weiß umrandet, auf der Bodensignale ausgelegt werden. Sie muss aus Luftfahrzeugen in 300 m (1 000 ft) Höhe über dem Platz sichtbar sein. Das Verfahren ist einfach: Vor dem Einflug in die Platzrunde überfliegt man den Platz, blickt auf die Signalfläche (und auf die Pistenschwellen, wo einzelne Signale ebenfalls ausgelegt sein können) und liest die aktuellen Betriebsanweisungen ab.

Verbots- und Vorsichtssignale

  • Rotes Quadrat mit zwei gelben Diagonalstreifen = Landeverbot, voraussichtlich von längerer Dauer.
  • Rotes Quadrat mit einem gelben Diagonalstreifen = besondere Vorsicht beim Anflug und bei der Landung erforderlich, z. B. wegen des schlechten Zustands des Rollfelds.
  • Weiße oder gelbe Kreuze, horizontal auf einer Piste, Rollbahn oder Teilen davon ausgelegt = diese Fläche ist für Luftfahrzeuge unbenutzbar und darf nicht verwendet werden.

Merkhilfe: zwei Streifen — ganz wegbleiben; ein Streifen — Landung erlaubt, aber Vorsicht.

Richtungssignale

  • Lande-„T": ein horizontales weißes oder oranges „T". Gelandet und gestartet wird parallel zum Schaft des T, auf den Querbalken zu.
  • Zweistellige schwarze Zahl auf gelbem Grund, vertikal am oder nahe dem Kontrollturm angezeigt = die Startrichtung, auf die nächsten 10° missweisend gerundet, letzte Ziffer weggelassen (z. B. „27" = etwa 270° missweisend).
  • Rechtwinkliger, nach rechts weisender Pfeil in auffälliger Farbe, in der Signalfläche oder horizontal am Ende der benutzten Piste = Kurven vor der Landung und nach dem Start sind nach rechts zu fliegen (Rechtsplatzrunde).

Melde- und Segelflugsignale

  • Schwarzer Buchstabe „C" auf gelbem Grund, vertikal angezeigt = kennzeichnet die Flugleitung/Meldestelle; anfliegende Piloten haben sich dort zu melden (Eselsbrücke: „C" wie Communication).
  • Weißes Doppelkreuz, horizontal in der Signalfläche ausgelegt = Segelflugbetrieb im Gange; Motorflugzeuge müssen mit Segelflugverkehr, Windenseilen oder Schleppbetrieb rechnen.

Die Hantelsignale (Dumbbell)

Die Hantel sagt Ihnen, welche Flächen Sie benutzen dürfen; entscheidend sind schwarze Querbalken auf den beiden runden Enden:

  • Einfache horizontale weiße Hantel = Luftfahrzeuge dürfen nur auf Pisten und Rollbahnen landen, starten und rollen.
  • Weiße Hantel mit je einem schwarzen Balken quer zum Schaft auf beiden runden Teilen = Luftfahrzeuge dürfen nur auf Pisten landen und starten, aber das Rollen ist nicht auf Pisten und Rollbahnen beschränkt — typisch für Grasplätze mit befestigter Piste, auf denen auf dem Gras gerollt werden darf.

Also: ohne Balken — alles nur auf den befestigten Flächen; mit schwarzen Balken — nur Start und Landung sind an die Piste gebunden.

Europa und Deutschland

Die Bodensignale gelten EU-weit verbindlich über SERA Appendix 1 (Anhang der Verordnung (EU) Nr. 923/2012), der ICAO Annex 2, Appendix 1 übernimmt. Die baulichen Anforderungen an die Signalfläche selbst folgen ICAO Annex 14 Vol I und gelten in der EU über die Verordnung (EU) Nr. 139/2014 (Part-ADR). Viele deutsche VFR-Flugplätze unterhalten eine Signalfläche; besonders häufig sind das „C"-Signal und das Doppelkreuz für Segelflugbetrieb. Die genaue Lage und die verwendeten Signale werden je Platz in der AIP VFR Deutschland veröffentlicht.

Prüfungswissen

  • Die Signalfläche ist ein ebenes Quadrat von mindestens 9 m × 9 m, sichtbar aus 300 m (1 000 ft) über dem Platz.
  • Rotes Quadrat + zwei gelbe Diagonalen = Landeverbot (längere Dauer); rotes Quadrat + eine gelbe Diagonale = besondere Vorsicht bei Anflug und Landung.
  • Weiße oder gelbe Kreuze auf Piste oder Rollbahn kennzeichnen die Fläche als unbenutzbar.
  • Das Lande-T zeigt die Lande-/Startrichtung entlang seines Schafts zum Querbalken; eine schwarze zweistellige Zahl auf Gelb am Turm gibt die Startrichtung in Zehnergraden missweisend an.
  • Ein rechtwinkliger, nach rechts weisender Pfeil bedeutet: alle Kurven in der Platzrunde nach rechts.
  • Ein vertikales schwarzes „C" auf Gelb markiert die Meldestelle; ein weißes Doppelkreuz bedeutet Segelflugbetrieb.
  • Einfache weiße Hantel = Landen, Starten und Rollen nur auf Pisten und Rollbahnen; Hantel mit schwarzem Balken auf beiden runden Teilen = Landen und Starten nur auf Pisten, Rollen aber nicht auf Pisten und Rollbahnen beschränkt.
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