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Flugplatzbezugskennzahl (Aerodrome Reference Code, Annex 14 §1.6)

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Flugplatzbezugskennzahl (Aerodrome Reference Code, Annex 14 §1.6)

Warum darf ein Flughafen einen A380 abfertigen, während ein anderer Platz nur leichte Einmots aufnehmen kann? Die Antwort liefert der Aerodrome Reference Code (Flugplatzbezugscode) nach ICAO Annex 14 Vol I — das Klassifikationssystem, das die baulichen Eigenschaften eines Flugplatzes mit den dafür vorgesehenen Flugzeugen verknüpft. Für die PPL-Prüfung müssen Sie wissen, wie die beiden Code-Elemente hergeleitet werden, und einem gegebenen Flugzeug den richtigen Code zuordnen können.

Die beiden Code-Elemente

Der Reference Code stimmt die Flugplatzanlagen auf das anspruchsvollste Flugzeug ab, für das der Platz ausgelegt ist. Er besteht aus:

  • Codezahl (Element 1) — abgeleitet aus der erforderlichen Startbahnlänge des Flugzeugs.
  • Codebuchstabe (Element 2) — abgeleitet aus der Spannweite des Flugzeugs.

Codezahl: Aeroplane Reference Field Length (ARFL)

Die Aeroplane Reference Field Length (ARFL) ist die kürzeste erforderliche Startstrecke bei höchstzulässiger Startmasse (MTOM), Meereshöhe, ISA-Standardatmosphäre (15 °C), Windstille und Pistenneigung 0 %. Sie ist eine Eigenschaft des Flugzeugs (aus dem Flughandbuch) und bestimmt die Codezahl:

CodezahlARFL
1< 800 m
2800 m bis < 1 200 m
31 200 m bis < 1 800 m
4≥ 1 800 m

Codebuchstabe: Spannweite

Der Codebuchstabe wird allein aus der Spannweite bestimmt:

CodebuchstabeSpannweite
A< 15 m
B15 m bis < 24 m
C24 m bis < 36 m
D36 m bis < 52 m
E52 m bis < 65 m
F65 m bis < 80 m

Hinweis: Ältere Ausgaben des Annex 14 zogen zusätzlich die Außenspurweite des Hauptfahrwerks (Outer Main Gear Wheel Span, OMGWS) — den Abstand der Außenkanten der Hauptfahrwerksräder — zur Bestimmung des Codebuchstabens heran (Regel „der höhere der beiden Werte"). Seit der Änderung des ICAO Annex 14 Vol I von 2019/2020 (nachvollzogen in CS-ADR-DSN) gilt das nicht mehr: Der Codebuchstabe basiert nur noch auf der Spannweite, und die OMGWS ist ein eigenständiger Klassifikationsparameter für die Auslegung der Rollflächen, etwa der Pisten- und Rollbahnbreiten.

Beispiele

FlugzeugSpannweiteARFLReference Code
Cessna 172~11 m~400 m1A
Airbus A320~36 m~2 100 m4C
Boeing 747~64 m~3 000 m4E
Airbus A380~80 m~3 000 m4F

Ein typischer kleiner VFR-Flugplatz für leichte Flugzeuge ist demnach Code 1A oder 2B — genau deshalb dürfen Sie dort keine breiten Rollbahnen, großen Pistenstreifen oder Abstände für schwere Jets erwarten.

Wozu der Code dient

Der Reference Code bestimmt die baulichen Mindestmaße des Flugplatzes: Pistenbreite und Streifenmaße, Rollbahnabstände, Hindernisbegrenzungsflächen, Befeuerungsstandards und mehr (Annex 14, Kapitel 3 und 5). Er ist ein Planungs- und Auslegungsinstrument — er verbietet einem bestimmten Flugzeug nicht per se die Landung, aber nur bis zu seinem Code sind die Sicherheitsmargen des Platzes garantiert.

Europa und Deutschland

In der EU wird der Reference Code über die Verordnung (EU) Nr. 139/2014 (Part-ADR) und CS-ADR-DSN Book 1, Subpart B (Aerodrome Reference Code) angewendet — inhaltsgleich mit ICAO Annex 14. Die AIP Deutschland, AD-Teil veröffentlicht den Code je zertifiziertem Flugplatz — z. B. Frankfurt 4E und München 4F, während kleine VFR-Plätze typischerweise 1A oder 2B sind.

Prüfungswissen

  • Der Aerodrome Reference Code besteht aus einer Codezahl (1–4) und einem Codebuchstaben (A–F).
  • Die Codezahl basiert auf der Aeroplane Reference Field Length (ARFL): 1 < 800 m, 2 = 800–< 1 200 m, 3 = 1 200–< 1 800 m, 4 ≥ 1 800 m.
  • Die ARFL ist die kürzeste Startstrecke bei MTOM, Meereshöhe, ISA, Windstille und ebener Piste.
  • Der Codebuchstabe basiert allein auf der Spannweite: A < 15 m, B < 24 m, C < 36 m, D < 52 m, E < 65 m, F < 80 m.
  • Die OMGWS (Außenspurweite des Hauptfahrwerks) bestimmt den Codebuchstaben nicht mehr; sie ist ein eigener Parameter für die Auslegung der Rollflächen.
  • Typische Beispiele: Cessna 172 = 1A, A320 = 4C, B747 = 4E, A380 = 4F.
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