Kontinuität / Massenerhaltung
Die Kontinuitätsgleichung beschreibt die Massenerhaltung in einer Strömung: was an einer Stelle hineinströmt, muss an einer anderen wieder herauskommen.
Allgemeine Form (kompressibel)
Für einen Strömungskanal mit Querschnitt A und mittlerer Geschwindigkeit v:
ρ₁ · A₁ · v₁ = ρ₂ · A₂ · v₂
mit ρ = Dichte. Produkt ρ·A·v = Massenstrom (kg/s) ist konstant entlang des Kanals.
Inkompressibel (PPL-Relevanz)
Bei niedrigen Geschwindigkeiten (Mach < 0,3) ist ρ ≈ konstant:
A₁ · v₁ = A₂ · v₂
oder A · v = konstant entlang des Kanals.
→ Bei Verengung (A klein) beschleunigt die Strömung (v groß). → Bei Erweiterung (A groß) verlangsamt die Strömung (v klein).
Anwendung Venturi
Im Venturi-Rohr (konvergent → divergent) beschleunigt die Strömung am engsten Punkt — und nach Bernoulli sinkt dort der statische Druck p. Diese Druckabsenkung wird genutzt:
- Vergaser-Brennstoffansaugung.
- Vakuum-Anlage für Kreisel-Instrumente.
- Geschwindigkeitsmessung (Venturi-Anemometer historisch).
Anwendung Tragflügel
Über dem gewölbten Oberprofil divergieren die Stromlinien zunächst kaum (gekrümmtes Profil zwingt die Strömung in engere Bahnen) → Beschleunigung über Bernoulli/Continuum.
Kontinuität und Bernoulli wirken zusammen:
- Kontinuität: Strömung beschleunigt, weil Querschnitt verengt.
- Bernoulli: schnellere Strömung = niedriger p.
- Auftrieb entsteht aus Druckdifferenz.
Grenzen
- Inkompressibel-Annahme gilt nur bei M < 0,3. Bei höheren Mach-Zahlen muss die kompressible Form benutzt werden (ρ variiert).
- Stationär angenommen — instationäre Strömungen erfordern Erweiterung.
Massenerhaltung — Beispielrechnung
Im Venturi-Rohr: Einlauf A₁ = 100 cm², Strömungsgeschwindigkeit v₁ = 5 m/s. Verengung auf A₂ = 25 cm².
v₂ = (A₁/A₂) × v₁ = (100/25) × 5 = 20 m/s.
Geschwindigkeit hat sich vervierfacht. Mit Bernoulli folgt Druckabsenkung:
p₂ = p₁ − ½ρ(v₂² − v₁²) = p₁ − ½×1,225×(400 − 25) ≈ p₁ − 230 Pa.