Ursachen des Windes
Wind ist die horizontale Bewegung von Luft in der Atmosphäre. Er entsteht primär durch Druckunterschiede, die wiederum durch Temperaturunterschiede verursacht werden.
Quelle: WMO Guide to Meteorological Practices; ICAO Annex 3; FAA-H-8083-25B PHAK Kap. 12.
Primäre Ursache — Temperatur und Druck
Wind wird durch Druckunterschiede erzeugt, die primär aus Temperaturunterschieden resultieren ("wind is generated by pressure differences resulting primarily from temperature differences"):
- Sonne erwärmt die Erde ungleichmäßig (Äquator mehr als Pol, Land mehr als Wasser bei Tag, etc.).
- Wärmere Luft dehnt sich aus, wird leichter → steigt auf → bodennaher Druck sinkt (Tiefdruckgebiet).
- Kältere Luft sinkt → Druck steigt (Hochdruckgebiet).
- Luft strömt vom Hochdruck zum Tiefdruck → Wind entsteht.
→ Ohne Temperaturunterschiede gäbe es keinen Wind (zumindest keinen großräumigen).
Horizontaler Druckgradient
Der horizontale Druckgradient resultiert aus dem Druckunterschied, bezogen auf eine bestimmte Distanz ("the horizontal pressure gradient results from the pressure difference, related to a certain distance"):
- Einheit: hPa pro Distanz (z.B. hPa/100 NM oder hPa/100 km).
- Stark steile Gradienten → starker Wind.
- Flacher Gradient → schwacher Wind.
Wind in Wetterkarten
In der Boden-Wetterkarte können Gebiete mit hohen Windgeschwindigkeiten an der engen Spacing der Isobaren erkannt werden ("in the surface weather chart, areas with high wind speeds can be recognized by narrow spacing of the isobaric lines"):
- Eng-stehende Isobaren = großer Druckgradient = starker Wind.
- Weit-stehende Isobaren = niedriger Gradient = schwacher Wind.
Das Resultat eines niedrigen horizontalen Druckgradienten (weite Spacing der Isobaren) ist schwacher Wind, lokal mit Windstillen-Bedingungen ("the result of a low horizontal pressure gradient (wide spacing of isobaric lines) is weak wind, with still air conditions locally").
Umgekehrt: Gebiete mit starkem horizontalem Druckgradient sind in den Boden-Wetterkarten an mehreren Isobaren mit enger Spacing zueinander zu erkennen ("areas with strong horizontal pressure gradient can be recognised in surface weather charts by several isobaric lines with narrow spacing to one another").
Isobaren und Isohypsen
- Isobaren: Linien gleichen Drucks auf einer Wetterkarte, typisch in Boden-Wetterkarten zu finden ("isobaric lines can be found in surface weather charts").
- Isobaren verbinden Orte gleichen QFF ("isobaric lines connect places with equal QFF") — also Orte mit gleichem auf MSL reduziertem Druck.
- Isohypsen sind Linien gleicher geopotentieller Höhe eines Druckniveaus über MSL ("isohypses are lines of equal geopotential altitude of a pressure level above MSL") — verwendet in Höhenwetterkarten.
Geostrophischer Wind und Coriolis
Auf der rotierenden Erde wirkt zusätzlich die Coriolis-Kraft:
- Auf der Nordhemisphäre nach rechts ablenkend.
- Auf der Südhemisphäre nach links ablenkend.
- Resultat: Wind weht NICHT direkt vom Hoch zum Tief, sondern fast parallel zu den Isobaren (geostrophischer Wind, siehe Lesson "Geostrophischer Wind").
Faktoren, die Bodenwind beeinflussen
Richtung und Geschwindigkeit des Windes nahe der Oberfläche hängen von Temperatur, Luftdruck, Zentripetalbeschleunigung und Erdrotation ab ("direction and speed of wind close to the surface depend on temperature, air pressure, centripetal acceleration and Earth's rotation").