Visuelles Scannen ist die systematische Beobachtung des Luftraums zur Verkehrserkennung — die effektivste Methode gegen Mid-Air-Collisions.
Warum Scannen?
- Das Auge sieht scharf nur in der Fovea (~2° Sichtfeld) — das ist die Größe eines Daumennagels auf Armlänge.
- Peripheres Sehen erkennt Bewegung, aber kaum Details.
- Stationäre Objekte (auf Kollisionskurs erscheint Verkehr stationär — siehe "Constant Bearing, Decreasing Range") sind besonders schwer zu sehen — bewusste Augenbewegung nötig.
Die "Block"-Methode (Standard-Aviationspraxis)
- Den Sichtbereich in Segmente von ca. 10° Breite teilen.
- Pro Segment 1–2 Sekunden fokussieren (die Zeit, die das Auge braucht, um wirklich zu fokussieren).
- Augen ruhig auf das Segment, nicht kontinuierlich wandern lassen.
- Nach 1–2 s zum nächsten Segment springen.
- Den horizonten 60°-Bereich (rechts und links der Nase) systematisch abdecken.
Nacht-Scannen
Bei Nacht ist off-center vision Pflicht (siehe §5.1):
- ~ 10–15° neben das verdächtige Objekt schauen, nicht direkt.
- Den Blick bewegen — eine stillstehende Stäbchen-Region "schaltet aus".
Constant Bearing, Decreasing Range
Zwei Flugzeuge auf Kollisionskurs haben ein konstantes relatives Peilung zueinander — das andere Flugzeug bleibt in derselben Cockpit-Fenster-Position, wird nur größer. Sehr schwer zu erkennen!
→ Wenn ein Verkehr im Cockpit-Fenster nicht wandert: Aufmerksamkeit erhöhen und Ausweichmanöver vorbereiten.
Ablenkungs-Quellen
- In-Cockpit-Tätigkeiten (Karten, GPS, Funk) — minimieren in kritischen Phasen
- Sonnenblendung — Sonnenbrille verwenden (siehe Empfehlungen unter "Schutz der Augen")
- Sterile Cockpit in Take-off und Approach