Dunkeladaptation ist die Anpassung des Auges an dunkle Lichtverhältnisse — durch chemische Regeneration der Sehpigmente in Zapfen und Stäbchen.
Zwei Phasen
| Phase | Rezeptor | Zeit für volle Adaptation |
|---|---|---|
| Erste Phase | Zapfen (Cones) | ~ 7 Minuten |
| Zweite Phase | Stäbchen (Rods) | ~ 30 Minuten |
In den ersten 7 Minuten verbessert sich die Sehempfindlichkeit moderat (Zapfen passen sich an); danach geht die volle Stäbchen-Adaptation langsam weiter und erreicht nach ~ 30 Minuten ihr Maximum.
Was die Adaptation zerstört
- Helles Weißlicht auch nur wenige Sekunden zerstört die Stäbchen-Adaptation komplett.
- Blitz, Cockpit-Beleuchtung zu hell, Vorfeld-Scheinwerfer.
- Sonnenstrahlung beim Tagflug vor einem geplanten Nachtflug — Sonnenbrille tragen.
Schutz der Adaptation
| Maßnahme | Wirkung |
|---|---|
| Rotes Cockpit-Licht | Stäbchen reagieren kaum auf Rot — Adaptation bleibt erhalten. Nachteil: rote Kartenmarkierungen verschwinden |
| Sehr gedimmtes Weißlicht | Kompromiss — Stäbchen leiden teilweise, Kartenfarben bleiben sichtbar |
| Eye-Patch auf einem Auge bei Außenarbeit / Tankvorgang | Bewahrt Adaptation des bedeckten Auges für nach dem Einstieg |
Praktische Anwendung
Vor Nachtflug:
- ~ 30 Minuten vor dem Flug in abgedunkelten Raum gehen.
- Im Vorfeld rote oder gedimmte Weißlicht-Taschenlampe verwenden.
- Kein Smartphone mit voller Helligkeit (das blaue Licht zerstört die Adaptation).
- Cockpit-Beleuchtung so dunkel wie möglich einstellen, bevor Augen ans Glas gehen.
Nicht vergessen
- Höhe verschlechtert Nachtsicht zusätzlich: ab 5 000 ft ist die Nachtsehfähigkeit messbar reduziert (siehe Hypoxie §2.2).
- Rauchen reduziert Nachtsicht durch CO-Hb-Bindung — auch wenige Stunden vor dem Flug.