SHELL-Modell (ICAO)
Das SHELL-Modell wurde 1972 von Elwyn Edwards als Konzept zur Strukturierung von Mensch-Maschine-Schnittstellen entwickelt und 1987 von Frank Hawkins zum heutigen Block-Diagramm erweitert. ICAO Doc 9683 Human Factors Training Manual (1998) übernahm es als Standard-Lehrmittel.
Die fünf Elemente
| Buchstabe | Komponente | Beispiele in der GA |
|---|---|---|
| L (zentral) | Liveware — der Mensch (Pilot) | Wahrnehmung, Reaktion, Stress, Müdigkeit |
| S | Software — Verfahren, Checklisten, Symbolik | POH, AIP, Karten, Funkphraseologie |
| H | Hardware — Cockpit, Instrumente, Steuerung | Bedienteile, Sitz, Sicht aus Cockpit |
| E | Environment — Umgebung | Wetter, Lärm, Vibration, Tag/Nacht, regulatorisches Umfeld |
| L (außen) | Liveware — andere Menschen | ATC, Fluglehrer, andere Piloten, Passagiere, Familie |
Schnittstellen-Logik
Sicherheit entsteht durch passende Schnittstellen zwischen zentralem L und den anderen Elementen. Eine Fehlanpassung erzeugt Risiko:
- L–H: Schalter falsch angeordnet, Fahrwerkshebel verwechselt mit Klappen
- L–S: missverständliche Checkliste, mehrdeutige Karte
- L–E: Sonneneinstrahlung auf Anzeige, Hitze, Nachtflug
- L–L: Unklare Kommunikation mit ATC, Co-Pilot, Passagier-Druck ("Get-Home-itis")
Bedeutung für den PPL
SHELL ist die Begründung dafür, dass HPL-Training alle fünf Bereiche abdeckt — nicht nur den Piloten. Ein PPL-Schüler sollte vor jedem Flug die Schnittstellen prüfen: Flieger (H) und ich (L), POH (S) und ich, Wetter (E) und ich, ATC/Lehrer (L) und ich.
Verwandte Modelle
- Reason's Swiss Cheese — Modell systemischer Fehler (Reason 1990), ergänzt SHELL um latente Bedingungen.
- SHELL kontextlich: ICAO Doc 9859 SMM integriert SHELL in das Sicherheitsmanagement-System.