Allgemeine Luftfahrzeugkunde — FlugzeugeLektion 24 von 55
24/55Elektrische Anlage

Alternator/Generator und Spannungsregler

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Stromerzeugung an Bord

Während der Motor läuft, erzeugt die Stromerzeugungs­anlage den gesamten Energiebedarf der Avionik, Beleuchtung, Pitot-Heat etc. und lädt die Bord-Batterie nach. Bei Motorstopp übernimmt allein die Batterie.

Generator vs. Alternator

Generator (DC-Generator) — älteres System

  • Erzeugt direkt Gleichstrom (DC).
  • Funktioniert mit Kommutator und Kohlebürsten.
  • Liefert ab ca. 1 200 RPM ausreichend Spannung — bei niedrigerer Drehzahl entlädt sich die Batterie.
  • Geringere Effizienz, höhere Verschleißteile.
  • In älteren Cessna/Piper-Mustern.

Alternator (AC-Generator mit Gleichrichter) — heutiger Standard

  • Erzeugt zuerst Wechselstrom (AC), dann wird über eine Diodenbrücke (Gleichrichter) Gleichstrom gemacht.
  • Funktioniert mit Schleifringen statt Bürsten → längere Lebensdauer.
  • Liefert ausreichende Spannung schon bei niedrigen Drehzahlen (Leerlauf ~700 RPM) — Batterie lädt auch im Standgas.
  • Höhere Effizienz und Leistungsdichte.
  • Standard in modernen Kleinflugzeugen (C172, PA-28, DA40).

Aufbau eines Alternators

Hauptteile:

  • Rotor mit Elektromagnet (Erregerwicklung), angetrieben über Keilriemen vom Motor.
  • Stator mit drei Phasen-Wicklungen, in denen die wechselnde magnetische Flussdichte des Rotors eine Wechselspannung induziert (Faraday).
  • Diodenbrücke (6 Dioden) — wandelt 3-Phasen-AC in pulsierende DC.
  • Spannungsregler — steuert die Erregerspannung am Rotor; passt die Ausgangsspannung so an, dass das Bordnetz konstant bei 14 V (oder 28 V) bleibt.

Spannungsregler (Voltage Regulator)

Aufgabe: Hält die Bordspannung konstant bei der Soll-Spannung, unabhängig von:

  • Motor-Drehzahl,
  • Last (wie viele Verbraucher eingeschaltet sind),
  • Temperatur.

Funktionsweise: Misst die Bordspannung; ist sie zu niedrig → mehr Erregerstrom in den Rotor → stärkeres Magnetfeld → mehr Induktion. Ist sie zu hoch → weniger Erregerstrom.

Typische Soll-Spannung:

  • 14 V Bordnetz: 13,8–14,2 V.
  • 28 V Bordnetz: 27,6–28,4 V.

Verteilung der erzeugten Energie

Vom Alternator führt eine Hauptleitung zum:

  • Hauptbus (Main Bus) — versorgt fast alle Verbraucher (Avionik-Bus, Beleuchtung, Pitot-Heat).
  • Batterie — über das Master-Solenoid (Hauptrelais); Batterie wird geladen, wenn Alternator-Spannung > Batteriespannung.

Bordverbraucher

Typische Verbraucher in einem Kleinflugzeug:

  • Hochleistung: Anlasser (100–300 A, nur kurz), Pitot-Heat (5–15 A), Landescheinwerfer (5–10 A), Beheizte Sitze.
  • Mittlere Last: Funk (TX 2–3 A, RX 0,3 A), Transponder (0,5 A), GPS/EFIS-Display (1–3 A), Positionslichter.
  • Geringe Last: Instrumenten­beleuchtung, Anti-Kollisions-Lichter (LED moderner).

Ausfall des Alternators

Symptome:

  • Roter „ALT"-/„LOW VOLTAGE"-Warnhinweis im Cockpit.
  • Ammeter zeigt Entladung (negativ).
  • Bordspannung sinkt langsam ab.

Reaktion (Standard-Verfahren):

  1. ALT-Schalter aus und wieder ein (Reset);
  2. Wenn ohne Wirkung: nicht essenzielle Verbraucher ausschalten (Landescheinwerfer, Pitot-Heat soweit verzichtbar, Heizung, sek. Avionik);
  3. Batterie nur für essenzielle Funktionen verwenden (Funk, ein Transponder, ggf. ein Display);
  4. Landung am nächsten geeigneten Flugplatz;
  5. Bei IMC mit elektrischen Pflichtinstrumenten: höchste Priorität, sofort zur sichtbaren Bedingung oder Flugplatz.

Restzeit der Batterie: bei reduzierter Last ca. 30–45 Minuten, je nach Batteriezustand.

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