MeteorologieLektion 12 von 48
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Lokale Winde

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Lokale Winde

Lokale Winde entstehen durch regionale Effekte — Topographie, Land-See-Kontrast, Tages­gang — und überlagern den großräumigen geostrophischen Wind.

Quelle: WMO Guide; AMS Glossary; DWD Klima-Atlas; NASA Earth Observatory.

Hauptkategorien

  1. Thermische Winde: durch Temperatur-Unterschiede (Land-See-Brise, Berg-Tal-Wind).
  2. Orographische Winde: durch Gelände-Form (Föhn, Bora, Mistral).
  3. Konvektive Winde: durch lokale Konvektions­zellen (Gewitter-Outflow).

Berg-Tal-Wind / Tal-Berg-Wind (Mountain/Valley Wind)

Der Mountain/Valley Wind Circulation in einer Gebirgs­kette wird primär durch die diurnale Variation der Temperatur durch Sonnen­strahlung verursacht ("the mountain/valley wind circulation in a mountain range is primarily caused by the diurnal variation of temperature due to solar radiation") — was zu upslope (anabatic) winds tagsüber führt, wenn Hänge schneller als Täler erwärmen, und downslope (katabatic) winds nachts wenn Hänge schneller abkühlen ("leading to upslope (anabatic) winds during the day when slopes heat faster than valleys and downslope (katabatic) winds at night as slopes cool more rapidly").

Tal-Wind (Valley Wind, anabatic)

Der Tal-Wind wird während des Tages angetroffen ("valley wind is encountered during day time"):

  • Sonne erwärmt Berghänge → warme Luft steigt entlang der Hänge auf → vom Tal nach oben.
  • Im Tal entsteht Konvergenz → Luft strömt aus dem Tal hinaus, dann aufwärts.

Berg-Wind (Mountain Wind, katabatic)

Der Berg-Wind wird in der Nacht angetroffen ("the mountain wind is encountered at night"):

  • Berghänge kühlen schneller als die Talluft → kalte Luft sinkt entlang der Hänge nach unten ins Tal.
  • Im Tal entsteht kalte Luft­ansammlung → fließt aus dem Tal hinaus.

Föhn (Foehn) — orographischer Wind

Der warme, trockene katabatische Wind heißt Föhn ("warm, dry catabatic wind is called Foehn"):

  • Föhn entsteht, wenn feuchte Luft eine Gebirgs­kette überquert.
  • Luv-Seite (Wind-Anfahrt­seite): aufsteigende Luft kühlt feucht-adiabatisch (-0,6 °C/100 m) → Wolken und Nieder­schlag.
  • Lee-Seite (Wind-Abwärts­seite): absteigende Luft erwärmt trocken-adiabatisch (+1,0 °C/100 m) → wärmer, trockener als auf gleicher Höhe luvseits.

Die höhere Temperatur auf der Föhn-(Lee-)Seite einer Gebirgs­kette resultiert aus stärkerem trocken-adiabatischem Aufheizen während des Luft-Abstiegs im Vergleich zum feucht-adiabatischen Abkühlen beim Aufstieg auf der Luv-Seite, weil Feuchtigkeit beim Aufstieg auskondensiert und trockenere Luft beim Abstieg schneller erwärmt ("the higher temperature on the Foehn (lee) side of a mountain range results from stronger dry adiabatic heating during air descent compared to the wet adiabatic cooling during ascent on the windward side, as moisture condenses out on the ascent, leaving drier air to warm more rapidly on descent").

Charakteristische Eigenschaften des Wetters auf der Föhn-Seite: wenige Wolken, ungewöhnlicher Temperatur­anstieg, niedrige Luftfeuchte, oft böige Winde ("characteristic properties of the weather on the Foehn side of a mountain range are: few clouds, unusual temperature rise, low humidity, often gusty winds").

Lee-Wellen und Lenticularis

Lentikuläre Wolken in der Nähe einer Gebirgs­kette zeigen Föhn mit Generierung von atmosphärischen Wellen, möglicherweise mit Rotoren und schwerer Turbulenz ("altocumulus lenticularis clouds close to a mountain range indicate foehn with generation of atmospheric waves, possibly with rotors and severe turbulence"):

  • Lentikuläre Wolken (linsenförmig) bilden sich auf der Leeseite über dem Berg­rücken ("lenticular clouds are often observed in strong Foehn, they form on the leeward side of the mountain over the ridge").
  • Lee-Wellen sind atmosphärische Wellen im Lee von Gebirgs­zügen ("'lee waves' are atmospheric waves in the lee of mountain ranges").
  • Rotor: zylindrische Turbulenz­zone unterhalb der Lee-Welle — extrem gefährlich, beim Kreuzen eines Rotors muss schwere Turbulenz erwartet werden ("when crossing a rotor, severe turbulence need to be expected").
  • Föhn und Lee-Wellen treten gewöhnlich nur in stabilen Bedingungen auf ("Foehn and lee waves usually occur only in stable conditions").

Nord-Föhn in den Alpen

Nord-Föhn in den Alpen bezieht sich auf niedrige Wolken, die oft auf Berg­rücken liegen, wenn feuchte Luft aus nördlichen Richtungen advektiert wird, was zu persistierenden Overcast-Bedingungen führt ("Northern Foehn in the Alps refers to low clouds often lying on mountain ridges when moist air is advected from northerly directions, leading to persistent overcast conditions").

Bora — orographischer Wind an der Adria

Bora ist ein orographischer Wind, der an der Adria angetroffen wird ("Bora is an orographic wind, it is encountered at the Adriatic Sea"):

  • Kalte, trockene Luft aus den Karawanken/Velebit-Bergen strömt nach unten ans Mittelmeer.
  • Typisch sehr starke, böige Winde — bis 200 km/h.
  • Gefährlich für Klein­flugzeuge.

Mistral — orographischer Wind im Rhone-Tal

Mistral ist ein orographischer Wind, der im Rhone-Tal angetroffen wird ("Mistral is an orographic wind encountered inside the Rhone Valley"):

  • Kalter, trockener Wind aus Norden/Nordwesten.
  • Wird durch das Rhone-Tal kanalisiert → sehr starke Geschwindigkeiten.
  • Typisch in den Wintermonaten, kann tagelang anhalten.

Wind-Verhältnisse bei Föhn-Anflug

Bei strong Föhn-Winden auf der nördlichen Seite der Alpen, wo Bedingungen klar und wolkenfrei sind durch absteigende trockene Luft, ist VFR-Flug nach Venedig auf der südlichen Seite überwiegend nicht möglich, weil feuchte Luft aufsteigt und akkumulierende Wolken bildet, die die Berge verdecken und die Sicht reduzieren ("during strong Foehn winds on the northern side of the Alps, where conditions are clear and cloud-free due to descending dry air, VFR flight to Venice on the southern side is predominantly not possible because moist air ascends and forms accumulating clouds that obscure the mountains and reduce visibility"):

  • Nordseite: klar, trocken, ausgezeichnete Sicht.
  • Südseite (windward): dichte Wolken, schlechte Sicht.
  • Cumuliforme Wolken, die bis zur Oberfläche reichen, sind typisch auf der südlichen (Luv-)Seite der Alpen ("cumuliform clouds extending down to the surface are typical on the southern (windward) side of the Alps during Foehn conditions").

Wenn Wind mit Mountain-Anstellwinkel weht

Wenn feuchte Luft mit starken Winden im Winkel zu einer Gebirgs­kette strömt, entwickelt die Luv-Seite typisch eine dichte Decke aus tiefen Wolken durch orographisches Aufheben und Kondensation, während die Lee-Seite gute Sicht durch absteigende warme trockene Luft erfährt ("when moist air with strong winds flows at an angle to a mountain chain, the windward side typically develops a dense cover of low clouds due to orographic lifting and condensation, while the leeward side experiences good visibility as descending air warms and dries").

Front-Effekt am Gebirge

Wenn eine Front einen Gebirgs­rücken überquert, nimmt ihr Effekt auf das Wetter auf der Leeseite ab und auf der Luv-Seite zu ("when a front crosses a mountain ridge, its effect on the weather decreases on the leeward side and increases on the windward side"):

  • Luv: mehr Niederschlag, Wolken.
  • Lee: Wetter teilweise "ausgetrocknet".

Klima-Atlas Deutschland*; NASA Earth Observatory Local Winds; FAA-H-8083-25B PHAK Kap. 12.*

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